Skandal um Babynahrung entfaltete sich nach Cereulid-Funden
Verdächtige Todesfälle und dutzende erkrankte Kinder führen zu massiven Rückrufen von Babynahrung in über 60 Ländern.

Ende November 2025 entdeckte der Lebensmittelkonzern Nestlé erstmals den Giftstoff Cereulid in Babynahrung. Die Kontamination wurde in einer Produktionsanlage in den Niederlanden festgestellt, wie mehrfach berichtet wurde.
«Swissinfo» nennt dieses Datum als den Beginn des Skandals, nachdem routinemässige Tests geringe Toxinspuren offenbarten.
Erste Kontakte zu Behörden und Analysen folgten im Dezember 2025, woraufhin Rückrufe und Produktionsstopp angeordnet wurden. Laut einem von «Nestlé» veröffentlichten Zeitplan wurden am 10. Dezember die ersten öffentlichen Rückrufe initiiert.
Nestlé und Danone weiten Cereulid-Rückrufe auf über 25 Länder aus
Im Januar 2026 weitete Nestlé Rückrufe von Babynahrung auf mindestens 25 Länder aus. Grund war der Verdacht auf Cereulid in mehreren Produktlinien.
«Reuters» berichtet, dass Marken wie BEBA, SMA und NAN betroffen waren. Zeitgleich reagierte Danone mit eigenen Rückrufen.

Die österreichische und deutsche Rückrufaktion umfasste zahlreiche Chargen von Aptamil und Milumil nach neuen Grenzwerten zu Cereulid.
EU setzt Richtwerte für Cereulid – Schweiz meldet positive Proben
Im Februar legte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit erstmals verbindliche Richtwerte für Cereulid fest. Damit soll ein einheitliches Vorgehen bei Rückrufen von Babynahrung ermöglicht werden.
Die Entscheidung kam nach weltweiten Babynahrungs‑Rückrufen im Zusammenhang mit dem Giftstoff. «SRF» berichtet über diese Entwicklung und die neue Vorgabe.
In der Schweiz untersuchte das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen mehrere Proben Babynahrung auf Cereulid. Laut Meldung des BLV waren zwei von 33 Proben positiv.
Babynahrung: Behörden untersuchen Symptome wegen Cereulid
Diese stammten laut «SRF» aus zurückgerufenen Produkten und führten zu mindestens 20 Meldungen möglicher Krankheitsfälle.
Parallel dazu untersuchen die Behörden mögliche Symptome bei Babys, die mit verunreinigter Nahrung in Zusammenhang stehen können. «SRF» berichtet, dass diese Untersuchungen läufig laufen, um Zusammenhänge zwischen Giftstoff und gesundheitlichen Beschwerden zu klaren.
Im Februar 2026 eröffnete die französische Staatsanwaltschaft mehrere Ermittlungen gegen Hersteller wie Nestlé, Danone und Lactalis wegen der Cereulid‑Kontamination. Dies umfasst Vorwürfe wie Betrug und das Nichtergreifen von Massnahmen trotz bekannter Risiken.
Ermittlungen nach Cereulid-Funden und Importverbot in Kosovo
«Reuters» schreibt dazu, dass Beschwerden von Eltern und Foodwatch die Ermittlungen angezettelt haben.
Zusätzlich untersagt die kosovarische Behörde den Import bestimmter Aptamil‑Produkte, nachdem dort Cereulid nachgewiesen wurde. Der lokale Veterinär‑ und Lebensmittelagentur zufolge handelt es sich um ernste Risiken und entsprechende Produkte wurden vom Markt genommen.

Der Babynahrungsskandal bleibt ein hohes Thema für Lebensmittelsicherheit, Gesundheitsbehörden und Eltern weltweit.








