Silber rutscht nach Rekordhoch deutlich ab
Silber steht nach dem Januar-Hoch deutlich unter Druck und wird von Inflation, Zinssorgen und geopolitischer Unsicherheit belastet.

Der Silberpreis hat seit seinem Rekordhoch im Januar deutlich nachgegeben. Nach über 121 US-Dollar je Feinunze notiert Silber aktuell bei rund 76 US-Dollar, rund 35 Prozent tiefer.
Für Anleger fällt die Entwicklung unterschiedlich aus. Wer Anfang 2026 eingestiegen ist, verzeichnet deutliche Verluste, während langfristige Investoren weiterhin auf Kursgewinnen sitzen.
Zu den wichtigsten Belastungsfaktoren zählt die Entwicklung der US-Inflation. Laut der «Stock World» lag der Verbraucherpreisindex im April bei 3,8 Prozent und damit höher als von vielen Marktteilnehmern erwartet.
Höhere Inflation verzögert Zinssenkungen und belastet Silber
Die gestiegenen Inflationswerte haben die Erwartungen an baldige Zinssenkungen deutlich reduziert. Der «Stock World» zufolge rechnen zahlreiche Beobachter inzwischen erst gegen Jahresende oder später mit einer geldpolitischen Lockerung.
Für Silber gilt ein Umfeld höherer Zinsen traditionell als Herausforderung. Das Edelmetall wirft keine laufenden Erträge ab und steht deshalb im Wettbewerb mit verzinslichen Anlagen.
Zusätzliche Unsicherheit kommt von der geopolitischen Lage. Es gibt Hinweise auf eine mögliche Verlängerung des Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran, wie die «Kapitalmarktexperten» schreibt.
Zinssorgen und UBS-Korrektur prägen Silbermarkt-Fokus
Eine Entspannung im Konflikt könnte die Energiepreise dämpfen. Dadurch würden auch die Inflationserwartungen sinken, was den Silberpreis kurzfristig zusätzlich belasten könnte.
Gleichzeitig richtet sich der Fokus auf die nächste Sitzung der US-Notenbank. Laut der «Stock World» gilt die Entscheidung Mitte Juni als wichtiger Orientierungspunkt für die Edelmetallmärkte.

Mehrere Finanzhäuser haben ihre Erwartungen zuletzt überarbeitet. Die UBS senkte ihre Prognose für das Silberangebotsdefizit von zuvor 300 Millionen auf 60 bis 70 Millionen Unzen.
Silber bleibt trotz Defizit-Ausblick im Fokus
Auch die Erwartungen an die Investitionsnachfrage wurden reduziert. Dennoch rechnen Analysten der «Stock World» zufolge im Jahresdurchschnitt weiterhin mit Silberpreisen zwischen rund 78 und 81 US-Dollar je Feinunze.
Gleichzeitig verweisen Marktbeobachter auf die aussergewöhnliche Entwicklung des Vorjahres. Silber legte 2025 zeitweise um mehr als 100 Prozent zu, so die «Kapitalmarktexperten».
Trotz der jüngsten Schwäche bleibt die Versorgungslage angespannt. Das «Silver Institute» erwartet für 2026 das sechste aufeinanderfolgende Jahr mit einem Marktdefizit, wie die «Stock World» weiter schreibt.
Silberangebot unter Druck
Seit 2021 summieren sich die Lagerentnahmen demnach auf rund 762 Millionen Unzen. Gleichzeitig stammt der Grossteil der weltweiten Silberförderung nicht aus reinen Silberminen.
Laut der «Wallstreet» werden mehr als 70 Prozent des Silbers als Nebenprodukt anderer Metalle gewonnen. Dadurch kann das Angebot nur begrenzt auf steigende Preise reagieren.

Auf der Nachfrageseite bleibt insbesondere die Industrie bedeutend. Die Solarbranche macht bereits rund 16 Prozent der weltweiten Silbernachfrage aus, während auch der Einsatz in Elektrofahrzeugen weiter zunimmt.











