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    Siemens Energy erhöht nach starkem Quartal die Prognose

    Keystone-SDA
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    Beim kriselnden Energietechnikkonzern Siemens Energy scheint sich der Wind zu drehen. Nach einem guten zweiten Quartal erhöhen die Münchner sogar ihre Prognose. Doch der Weg ist weit.

    Siemens Energy
    Der Anstieg ist bei Siemens Energy deutlich: Statt um 3 bis 7 Prozent soll der Umsatz im laufenden Jahr nun um 10 bis 12 Prozent wachsen. (Symbolbild) - Sebastian Kahnert/dpa

    Siemens Energy scheint zurück auf Kurs zu kommen. Auch im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres hat der Energietechnikkonzern schwarze Zahlen geschrieben, wie er am Mittwoch mitteilte. Zudem erhöht das Unternehmen, das in seiner kurzen Geschichte bereits zahlreiche Gewinnwarnungen abgeben musste, nun seine Prognose für das laufende Jahr und für das Sorgenkind Gamesa steht der Sanierungsplan.

    Unterm Strich machte Energy im zweiten Geschäftsquartal von Januar bis März 108 Millionen Euro Gewinn. Vor einem Jahr hatte noch ein Verlust von 189 Millionen gestanden. Der Umsatz stieg um drei Prozent auf 8,3 Milliarden Euro.

    Erfolge bei Stabilisierung des Windgeschäfts

    Die Entwicklung im zweiten Quartal zeuge «von der anhaltend starken Nachfrage nach unserer Energiewende-Technologie sowie ersten Erfolgen bei der Stabilisierung des Windgeschäfts», sagte Konzernchef Christian Bruch. «Vor dem Hintergrund dieser positiven Entwicklung haben wir unseren Ausblick erhöht».

    Der Anstieg ist deutlich: Statt um 3 bis 7 Prozent soll der Umsatz im laufenden Jahr nun um 10 bis 12 Prozent wachsen – ein Unterschied im Milliardenbereich. Auch die Margen werden etwas günstiger erwartet.

    Nur bei der Vorhersage des Jahresergebnisses ändert sich nichts: Hier steht nach wie vor die Zielmarke von einer Milliarde Euro Gewinn.

    Das bedeutet allerdings, dass Energy im zweiten Halbjahr wohl auch wieder rote Zahlen schreiben wird – denn nach einem sehr rentablen Verkauf im ersten Quartal steht der Gewinn nach den ersten sechs Monaten aktuell bei zusammen fast 1,7 Milliarden – also deutlich über dem für das Jahresende vorausgesagten Wert.

    Verlustreiche Windkraftgeschäfte

    Hintergrund sind die nach wie vor verlustreichen Windkraftgeschäfte beim Sorgenkind Gamesa. Hier hat Energy nach wie vor alte Verträge abzuarbeiten, die sich nicht mehr gewinnbringend umsetzen lassen und kämpft mit Qualitätsproblemen. Auch im zweiten Quartal steuerte Gamesa deutliche Verluste bei, die allerdings von soliden Zahlen in den anderen Bereichen – insbesondere Grid Technologies – ausgeglichen werden konnten.

    Hier soll ein inzwischen begonnenes Sanierungsprogramm helfen, das Gamesa bis zum Jahr 2026 zurück in die schwarzen Zahlen und auf Dauer sogar auf zweistellige positive Margen bringen soll.

    Dafür soll sich Gamesa im aktuell noch besonders problematischen Geschäft mit Windkraft an Land (Onshore) vor allem auf Europa und die USA konzentrieren, und seine Fertigungskapazitäten anpassen. Darüber hinaus werden dort Hierarchieebenen abgebaut und das Neugeschäft in den Bereichen Onshore und Offshore jeweils mit dem Servicegeschäft zusammengelegt.

    Neuausrichtung kostet Arbeitsplätze

    Die Neuausrichtung wird auch Arbeitsplätze kosten. Zur Dimension äusserte sich Energy allerdings nicht näher. Angesichts des Wachstums im Offshore-Bereich werde der Personalbestand bei Gamesa insgesamt aber über die nächsten Jahre «ungefähr konstant» bleiben.

    Der Autor des Sanierungsplans wird ihn allerdings nicht mehr umsetzen: Jochen Eickholt, der von Energy vor gut zwei Jahren als neuer Chef zur spanischen Windkrafttochter geschickt worden war und seither um den Turnaround des kriselnden Geschäfts kämpfte, legt sein Mandat zum 31. Juli nieder.

    Auf den 62-Jährigen folgt der zwölf Jahre jüngere Vinod Philip. Mit der nun beschlossenen Umsetzung des mehrjährigen Sanierungsplans sei der Zeitpunkt für einen Generationswechsel gekommen, sagte Bruch, und dankte Eickholt «für seinen Einsatz in stürmischen Zeiten».

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