Schweizer Franken profitiert von schwachem Doller
Der Dollar verliert weiter an Wert und lässt den Schweizer Franken auf neue Rekordstände steigen. Am Dienstagnachmittag fiel die US-Währung auf 0.76 Franken.

Der Dollar setzt seine Talfahrt ungebremst fort und treibt den Schweizer Franken auf neue Höchststände. Am Dienstagnachmittag erreichte die US-Währung mit 0.76 Franken einen Tiefstwert, wenn man die Turbulenzen vom Januar 2015 ausklammert.
Auch der Euro kletterte gegenüber dem Dollar auf ein Mehrjahreshoch, wie die «Handelszeitung» berichtet. Der Niedergang der US-Währung wird durch schwache Konjunkturdaten beschleunigt.
Das Konsumentenvertrauen in den USA ist im Januar auf den tiefsten Stand seit 2014 gefallen. Der Indikator des Conference Board fiel um 9,7 Punkte auf 84,5 Punkte, berichtet «Cash».
Pessimistische Stimmung in den USA
Ökonomen hatten mit einem Wert von 91,0 Punkten gerechnet, doch die Realität übertraf die Befürchtungen deutlich. Die Bewertung der aktuellen Lage und der Erwartungen verschlechterte sich merklich.
Conference-Board-Chefökonomin Dana M. Peterson konstatierte laut «Cash», die schriftlichen Antworten der Verbraucher seien weiterhin von Pessimismus geprägt. Die Dollar-Schwäche dürfte sich 2026 nach Ansicht führender Finanzinstitute fortsetzen.
Laut «Cash» prognostizieren die Analysten von J. Safra Sarasin anhaltenden Druck durch weitere Zinssenkungen der Fed. Der politische Druck auf die US-Notenbank werde zunehmen, sobald die Amtszeit von Fed-Chef Jerome Powell im Mai ende.
Schweizer Franken als sicherer Hafen gefragt
Die Société Générale verweist auf strukturelle Haushaltsprobleme der USA als weiteren Belastungsfaktor für den Greenback. Das gesamtstaatliche Defizit liege bei acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Die Nettoverschuldung werde 2026 erstmals 100 Prozent des BIP überschreiten, wie «Cash» unter Berufung auf die Analysten schreibt. Der Schweizer Franken bleibt als sicherer Hafen stark gefragt.
Der Euro fiel zwischenzeitlich auf 0.9165 Franken und erreichte damit ebenfalls einen neuen Tiefstwert, berichtet «swissinfo.ch». Dennoch seien bislang keine Interventionen der Schweizerischen Nationalbank auszumachen, hiess es bei der Bank Valiant, schreibt die «Handelszeitung».
SNB hält sich zurück
Die Zurückhaltung der SNB passe zu den Signalen, dass ihr weniger das absolute Kursniveau Sorgen bereite. Vielmehr seien starke Schwankungen das Problem, wie die «Handelszeitung» unter Berufung auf Valiant schreibt.
Der aktuelle Druck gehe stärker vom Dollar aus, wo die Volatilität höher sei. Die Fed-Sitzung diese Woche steht im Fokus der Märkte.
Beobachter rechnen nicht mit weiteren Zinssenkungen bei der zweitägigen geldpolitischen Sitzung, die heute beginnt. Dennoch könnte das Treffen Impulse liefern, da möglicherweise erste Hinweise zur künftigen Besetzung des Fed-Vorsitzes erfolgen könnten, schreibt die «Handelszeitung».












