Schweizer Franken auf tiefstem Stand seit 17 Monaten
Der Schweizer Franken fiel nach dem EZB-Zinsentscheid auf 0,9445 zum Euro – das tiefste Niveau seit 17 Monaten.

Der Schweizer Franken ist nach dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) deutlich unter Druck geraten.
Wie «Cash» berichtet, fiel er am Donnerstag bis auf 0,9445 zum Euro.
Dieser Kursstand wurde zuletzt am 31. März 2025 erreicht. Damit hat der Schweizer Franken in diesem Jahr gegenüber dem Euro 1,3 Prozent an Wert verloren.
EZB-Zinserhöhung drückt Schweizer Franken auf Jahrestief
Die EZB hob den Leitzins an ihrer September-Sitzung um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent an.
Laut dem Finanzportal «investrends.ch» ist dies die zweite Erhöhung in Folge, nach dem Schritt vom Juni 2026.
Auslöser war ein Energiepreisschock infolge der Eskalation im Nahen Osten. Die Inflation im Euroraum kletterte bereits im August von 2,9 auf 3,3 Prozent.
Wachsende Zinsdifferenz zur Schweiz
Damit vergrössert sich die Zinsdifferenz zwischen dem Euro-Raum und der Schweiz erheblich.
Laut «Cash» liegt der Leitzins der Schweizerischen Nationalbank (SNB) seit Juni 2025 bei 0 Prozent.
Ein höheres Zinsniveau im Euroraum macht Euro-Anlagen für Investoren attraktiver. Dies kann den Euro stärken und den Franken weiter schwächen.
Inflationsausblick spricht für höhere Zinsen
Wie das «Vermögenszentrum» festhält, soll die Teuerung erst 2028 wieder auf das Ziel von 2 Prozent zurückfallen.

Anlageexperte Luca Liebi vom «Vermögenszentrum» betont, dass höhere Zinsen im Euroraum den Druck auf die SNB erhöhen.
SNB dürfte vorerst stillhalten
Eine Zinserhöhung der SNB an ihrer nächsten Sitzung vom 24. September gilt laut «Cash» als unwahrscheinlich.
Die Jahresinflation in der Schweiz stieg im Juli zwar von 0,4 auf 0,8 Prozent, liegt aber klar im Zielbereich.
Ökonomen schliessen laut «Cash» eine geldpolitische Straffung frühestens für Dezember 2026 oder März 2027 nicht aus. Ein weiter schwächelnder Franken könnte die SNB dabei zu früherem Handeln zwingen.











