Der Telekomanbieter Salt hat im ersten Quartal 2022 an Umsatz zugelegt. Das Umsatzwachstum hat sich laut einer Mitteilung vom Dienstag über alle Geschäftsbereiche erstreckt.
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Das Logo von Salt in einer Salt-Filiale. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 3,9 Prozent auf 260,2 Millionen Franken, wie die Salt-Muttergesellschaft Matterhorn Telecom im Quartalsbericht bekannt gab.

Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) kletterte um 4,6 Prozent auf 129,3 Millionen Franken.

In diesen Zahlen sind die Änderungen der Rechnungslegungsvorschriften IFRS 15 und 16 berücksichtigt. Am Morgen hatte Salt Zahlen ohne den Einfluss von IFRS 15 und 16 veröffentlicht.

Der Reingewinn der Salt-Muttergesellschaft Matterhorn Telecom sank auf 26,6 Millionen Franken von 68,9 Millionen Franken vor einem Jahr. Der deutliche Rückgang ist allerdings auf den Verkauf von Handyantennenmasten zurückzuführen, die im Vorjahresquartal einen ausserordentlichen Gewinn von 48,2 Millionen Franken in die Kasse gespült und damit das Ergebnis nach oben gedrückt hatten.

Das Wachstum von Umsatz und Gewinn sei allen drei Bereichen zu verdanken, erklärte Salt. Im Mobilfunk habe man netto 18'100 neue Abokunden gewonnen. Damit stieg die Zahl der Abokunden auf 1,39 Millionen. Auch im Geschäft mit Internet und TV habe Salt «mit Abstand das stärkste Produkt am Markt», sagte Firmenchef Pascal Grieder auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Kundenzahlen fürs Breitbandgeschäft wollte Grieder nicht nennen. Zudem lege Salt weiter bei den Firmenkunden zu.

Nachdem Salt seit Anfang Monate eine Zusatzgebühr von 3,95 Franken fürs siebentätige Replay-TV eingeführt hat, wird das Überspulen von Werbung künftig noch teurer. Dies ist die Folge des neuen Tarifs im Fernsehgeschäft (GT12) aus der Einigung der Telekomanbieter mit den TV-Sendern und Werbevermarktern, der eigentlich auf Anfang Jahr in Kraft getreten wäre.

Künftig müssen die Zuschauer, die bisher 3,95 Franken fürs siebentätige Replay-TV bezahlen, noch Zwangswerbung von maximal zwei Minuten über sich ergehen lassen. Erst dann können sie die Werbeblöcke von gewissen Privatsendern überspulen, wie aus der Quartalspräsentation von Salt hervorgeht.

Salt wird im Sommer 2022 noch eine weitere Option lancieren, mit der die Zuschauer die ganzen Werbeblöcke überspulen können, ohne Zwangswerbung schauen zu müssen. Wie hoch der Aufpreis für diese Option ausfalle, wollte Grieder noch nicht sagen. Auch ein Datum für die Umsetzung der neuen Gebühren stehe noch nicht fest.

Hintergrund der Massnahme ist der so genannte «Gemeinsame Tarif 12» (GT12), den Salt nun als erster grosser Telekomanbieter umgesetzt hat. Darin haben sich TV-Sender, Telekomfirmen und Verwertungsgesellschaften auf eine Zwangswerbung beim zeitversetzten TV oder auf Zusatzgebühren geeinigt.

Die TV-Sender hatten Einnahmeverluste beklagt, weil die bisherige Entschädigung fürs zeitversetzte TV durch die Telekomanbieter zu gering sei.

Auch die Konkurrenz bittet die Kunden zur Kasse: Sunrise UPC werde voraussichtlich im Spätsommer die Einführung bekannt gegeben, hatte Konzernchef André Krause vergangene Woche der Nachrichtenagentur AWP gesagt. Bei Branchenprimus Swisscom hatte es Anfang Monat geheissen, die Umsetzung dürfte noch bis im dritten oder vierten Quartal dauern.

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