Telekomkonzerne sehen Satellitenverbindung nur als Ergänzung

Keystone-SDA
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Bern,

Die Schweizer Telekomkonzerne sehen Handy- oder Internetempfang über Satelliten derzeit nur als Ergänzungsangebot. Dies sagten die Chefs von Swisscom, Sunrise und Salt in einem Podiumsgespräch am Jahrestreffen des Telekomverbandes Asut am Donnerstag in Bern.

Ruag
Die Schweizer Telekomkonzerne sehen Handy- oder Internetempfang über Satelliten derzeit nur als Ergänzungsangebot. (Symbolbild) - keystone

«Die Satellitentechnologie wird die irdischen Telekomnetze nicht ersetzen», sagte Salt-Chef Max Nunziata: «Die Bandbreite ist nicht gross genug, das zu leisten, was unsere heutigen Netze leisten können.»

«Aber wir haben vor einem Jahr bewiesen, dass die Satellitentechnologie funktioniert. Salt hatte in einem Test in Interlaken gezeigt, dass das Verschicken von SMS über die Satelliten des US-Anbieters Starlink von Elon Musk klappt.

Die Starlink-Satelliten fungierten dabei als fliegende Mobilfunkmasten. Sie übertrugen das Signal direkt an normale Smartphones über reguläre Mobilfunkfrequenzen. Dafür waren weder spezielle Geräte noch zusätzliche Apps notwendig.

«Die Technologie ist schon da, aber der regulatorische Rahmen noch nicht», sagte der Salt-Chef weiter. Deshalb können die Nutzer davon nicht profitieren. Denn die Verwendung der jetzigen Mobilfunkfrequenzen seien nur für den Empfang von Handyantennen zugelassen, aber nicht für den Empfang von Satelliten.

Bis es so weit sei, dauere es noch ein paar Jahre. Die Spezifizierung müsse zuerst auf dem Gipfel der Uno-Organisation für Telekommunikation (ITU) im nächsten Jahr festgelegt werden. Dann werde die Regulierung in der EU erfolgen, und erst dann könnten die Schweizer Regulierungsbehörden Comcom und Bakom die Erlaubnis hierzulande erteilen.

Damit soll sichergestellt werden, dass bei der Verbindung mit Satelliten im Orbit zu keinen Interferenzen kommt. Und zudem wollen die Schweizer Behörden keine andere Regulierung als die Nachbarländer. Damit dürfte die Technologie in der Schweiz frühestens ab 2028 zum Einsatz kommen, sagte Swisscom-Chef Christoph Aeschlimann am Rande im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.

Die Verbindungen über Satelliten seien eine gute Technologie, um Lücken in der Abdeckung zu stopfen, sagte Sunrise-Chef André Krause. Aber die Abdeckung der Bevölkerung mit Mobilfunk und Festnetz sei in der Schweiz schon sehr hoch. Heute sei auch die letzte Berghütte erschlossen. Zudem funktioniere die Technik nur im Freien, aber nicht in Gebäuden. Deshalb sei das Marktpotential der Satellitenverbindungen überschaubar.

Sunrise habe schon eine Kooperation mit dem europäischen Satellitenanbieter AST für einen Versuchsbetrieb, sagte Krause im Gespräch mit AWP. Zudem prüfe man eine Zusammenarbeit mit dem Satellitennetz von Elon Musk.

Die Swisscom prüft ebenfalls eine Zusammenarbeit mit Starlink, AST und anderen Anbietern. Ein Entscheid soll noch in diesem Jahr fallen, sagte Aeschlimann weiter.

Der Swisscom-Chef rechnet damit, dass schlussendlich alle drei grossen Schweizer Telekomkonzerne die Satellitenverbindungen einführen werden. Die käme zum Einsatz, wenn irgendwo das Mobilfunknetz ausfalle oder eine Glasfaserleitung unterbrochen sei. «Das kann schnell mal passieren bei Erdrutschen in den Bergen oder Gewittern, dass eine Mobilfunkantenne keine Verbindung mehr hat», sagte Aeschlimann.

Auch das Festnetz ist von der Verbindung aus dem All betroffen. Das Satelliten-Internet von Starlink könne man heute schon kaufen und es funktioniere mit einer Geschwindigkeit von 200 bis 300 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) sehr gut, sagte der Swisscom-Chef.

Dies führe heute schon zu einer gewissen Kannibalisierung des Festnetzes auf dem Lande, wo es keine Glasfaserverbindung gebe. «Das frisst schnell mal 1 bis 2 Prozent Marktanteil weg», sagte Aeschlimann. Das sei spürbar. Zudem werde sich die Satellitentechnologie in den nächsten Jahren nochmals rasant entwickeln, «Dann hat jeder einen Gigabit-Anschluss.»

Kommentare

User #6967 (nicht angemeldet)

Dank den 15000 Satelliten haben wir 24h Live-Videokanäle mit der Erdansicht aus dem Weltenall und realistische Symbolbilder von der Erde.

User #6967 (nicht angemeldet)

Satelliten gibt es darum ist oben ein Symbolbild.

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