Pläne für Gesundheitshotel in St. Moritz aufgegeben
Trotz gewonnenem Rechtsstreit entsteht in St. Moritz kein neues Gesundheitshotel. Die Eigentümerin hat das Grundstück der ehemaligen Hauptpost an eine Immobilienfirma verkauft, die ehemaligen Einsprechern gegen das Projekt gehört.

Das Grundstück Serletta Süd gehört neu der Kulm Engadin Immobilien AG, teilten die neuen und alten Besitzer am Freitag gemeinsam mit. Die erst kürzlich gegründete Immobilienfirma gehört wiederum der Grand Hotels Engadinerkulm Holding, bekannt für das benachbarte Luxushotel Kulm, das oberhalb des Grundstücks thront.
In der Mitteilung heisst es, dass sich nun «eine neue planerische Ausgangslage für ein Kerngrundstück des Ortes» eröffne. Die Gebiete Serletta Süd und Nord gehören jetzt dem gleichen Besitzer. Was auf den Arealen entstehen soll, ist noch offen. Die weitere Entwicklung werde «ohne Zeitdruck sorgfältig geprüft».
Dem Besitzerwechsel ging ein jahrelanger Rechtsstreit voraus. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von St. Moritz hatten 2015 noch ein Gesundheitshotel mit Klinik mit 62 Prozent befürwortet. Die Besitzer des Kulm, aber auch des Badrutt's Palace gingen gegen die Sondernutzungsplanung vor. 2021 entschied das Bundesgericht im Sinne der Grundstücksbesitzer und gegen die Hotels.
2024 wies das Bundesgericht einen Antrag auf Überprüfung der Teilrevision des Gebietes ab. Die Besitzerin rechnete aber auch danach mit Einsprachen gegen das Baugesuch. Die Hotels störten sich etwa an den Dimensionen des Neubaus.
Woher kommt nach dem langen Kampf der Sinneswandel bei den Planern? In der gemeinsamen Mitteilung teilte die Chris Silber St. Moritz AG mit, dass der Verkauf aus «unternehmerischen und strategischen Gründen» erfolge. Der Verkauf bringe neue Perspektiven in anderen Geschäftsbereichen. Über die Höhe des Kaufpreises äussern sich die beiden Unternehmen nicht.






