Neue Rückrufe von Babynahrung in Frankreich nach Grenzwertsenkung
In Frankreich sind weitere Chargen von Säuglingsnahrung zurückgerufen worden, nachdem die Behörden den zulässigen Grenzwert für das Bakteriengift Cereulid gesenkt hatten. Die französische Marke Popote rief zwei Chargen zurück, der Hersteller Vitagermine drei weitere.

Anlass war eine Ankündigung des französischen Landwirtschaftsministeriums vom Freitagabend, den Schwellenwert für Cereulid zu halbieren, um den Schutz von Säuglingen zu erhöhen. Bislang gibt es in der EU keinen verbindlichen Grenzwert und damit auch keine systematischen Kontrollen. Die europäische Lebensmittelbehörde Efsa wollte am Montag eine Bewertung zuhanden der EU-Kommission vorlegen.
Popote erklärte, man wende den verschärften europäischen Rahmen vorsorglich bereits an. Vitagermine teilte mit, interne Prüfungen hätten drei bislang zulässige Chargen betroffen gemacht. Weitere Produkte seien nicht betroffen.
Die Rückrufwelle hatte Mitte Dezember mit dem Schweizer Nahrungsmittelriesen Nestlé begonnen und erfasste inzwischen auch Danone, Lactalis und kleinere Anbieter wie Hochdorf. Mehrere Hersteller verweisen auf einen chinesischen Zulieferer von Omega-6-Öl, das mit Bacillus-cereus-Bakterien verunreinigt gewesen sein könnte. Die Toxine können Erbrechen und Durchfall auslösen.
Die Konsumentenschutzorganisation Foodwatch reichte Anzeige gegen Unbekannt ein, hat jedoch die Babynahrungshersteller im Visier. Ermittlungen nach Todesfällen von Säuglingen hatten gemäss Behördenangaben bislang keinen direkten Zusammenhang mit den Produkten ergeben. Die Efsa meldete Durchfälle, aber keine schweren Fälle.










