Migros-Chef: Resultate der Investitionen in Läden brauchen Zeit
Migros-Chef Mario Irminger hat angesichts von Marktanteilsverlusten und schwächerer Profitabilität im Supermarktgeschäft Geduld gefordert.

Neue Standorte erreichten ihre Umsatzziele oft erst nach drei bis fünf Jahren, was die Profitabilität kurzfristig belaste, sagte Irminger am Dienstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Ab 2028 will die Migros wieder Marktanteile gewinnen.
Die rückläufige Ertragslage im Lebensmittelhandel führt Irminger vor allem auf hohe Investitionen zurück. Migros habe bewusst rund 500 Millionen Franken in Preissenkungen gesteckt sowie zusätzliche Mittel in die Modernisierung, den Umbau und Neueröffnungen von Filialen investiert.
Die Migros investierte 2025 insgesamt 1,5 Milliarden Franken in Filialen, die Logistik von Digitec Galaxus und Denner sowie in die Produktion der Migros Industrie. 13 neue Läden gingen auf. Bis 2030 will die Migros gesamthaft 2 Milliarden Franken ausgeben, um 350 neue Filialen zu erneuern und 140 zusätzliche Läden zu eröffnen.
Unverändert hält Migros an ihrem dreistufigen Formatmodell fest. Dieses umfasst kleine Hochfrequenzstandorte mit Migrolino ab 50 Quadratmetern Ladenfläche, Denner als Discount-Nahversorger ab 250 Quadratmetern sowie klassische Supermärkte ab 450 Quadratmetern. Insbesondere Denner bleibe ein zentraler Pfeiler der Strategie. Dessen Positionierung erfolge über Nähe, Einfachheit und Preis.
Für mehr Effizienz setzt die Unternehmensführung auch auf strukturelle Reformen. Dabei spielen auch die Lehren aus dem Debakel mit dem deutschen Detailhändler Tegut eine Rolle, bei dem die Migros, verursacht durch die Zürcher Genossenschaft, bis zu 600 Millionen Euro in den Sand gesetzt hat.
Migros gehe transparent mit den Fehlern um und wolle insbesondere die Governance und Organisation so weiterentwickeln, dass vergleichbare Fehlentwicklungen künftig vermieden werden, sagte Irminger. Konkret stellt der Migros-Chef die heutige Aufteilung zentraler Funktionen wie IT und Logistik zwischen Migros-Genossenschafts-Bund und den regionalen Genossenschaften infrage.
Entscheidend sei, welche Fähigkeiten die sieben grossen Einheiten der Migros-Gruppe künftig haben müssten, um erfolgreich zu sein. Irminger liess durchblicken, dass dabei auch eine Reduktion der Zahl der heute zehn Genossenschaften diskutiert wird. Eine Antwort auf diese Frage gebe es derzeit aber nicht.










