Michelin-Führer krönt erstmals japanischen Koch in Frankreich mit drei Sternen

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    Frankreich,

    Der bekannte Gastronomieführer Michelin hat erneut für Überraschungen gesorgt: Erstmals krönte er einen japanischen Koch in Frankreich mit drei Sternen, wie der Verlag am Montag bei der Vorstellung des «Guide Michelin 2020» bekannt gab.

    Der japanische Spitzenkoch Kei Kobayashi (Mitte)
    Der japanische Spitzenkoch Kei Kobayashi (Mitte) - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Deklassierung von Bocuse-Restaurant sorgte für Schock.

    Für einen Schock hatte schon vorab die Abwertung für den verstorbenen französischen «Gastronomie-Papst» Paul Bocuse gesorgt: Sein Restaurant in Lyon verlor erstmals seit 55 Jahren die Spitzenwertung.

    Stattdessen kann sich nun der Japaner Kei Kobayashi über drei Sterne freuen. Sein «Knuspriger Gemüsegarten mit schottischem Räucherlachs an Rucola-Mousse und Zitronen-Creme» hatte die Michelin-Experten in seinem Restaurant «Kei» unweit des Pariser Louvre besonders überzeugt.

    «Danke Frankreich», sagte Kei, der seit 1998 in Frankreich lebt und sein Restaurant seit 2011 betreibt. Er nennt sich einen «japanischen Koch, der französisches Essen zubereitet». Gelernt hat der Küchenchef mit den blond gefärbten Haaren unter anderem bei seinem französischen Vorbild Alain Ducasse.

    Mit drei Sternen wurde ausserdem der französische Spitzenkoch Glenn Viel mit seinem Restaurant «L'Oustau de Baumanière» am Fusse des provenzalischen Felsendorfs Baux-de-Provence ausgezeichnet. Er steht für den Trend zum ökologischen Kochen und unterhält seinen eigenen Obst- und Gemüsegarten.

    Christopher Coutanceau, der sich selbst als Koch und Fischer beschreibt, erhielt ebenfalls die Michelin-Spitzenbewertung und schmückt damit künftig sein nach ihm benanntes Restaurant in der Atlantik-Hafenstadt La Rochelle.

    Die Deklassierung des Restaurants von Paul Bocuse auf zwei Sterne hatte Michelin bereits vor zehn Tagen bekannt gegeben. Die Küche sei «hervorragend, aber nicht mehr auf dem Niveau von drei Sternen», erklärte der Verlag. Bocuse, der als Vorreiter der «Nouvelle Cuisine» gilt, war im Januar 2018 im Alter von 91 Jahren gestorben. Nach der Abwertung wurde in der Fachwelt zum Teil Kritik an der Gastro-Bibel und ihren Testessern laut.

    Insgesamt sind in der neuen Michelin-Ausgabe für dieses Jahr 628 französische Restaurants mit einem bis drei Sternen gelistet. Das sind vier weniger als im vergangenen Jahr. Die aktuelle Liste von Spitzenrestaurants und -köchen in Deutschland stellt Michelin am 3. März in Hamburg vor.

    Der Michelin-Führer wird in diesem Jahr 120 Jahre alt. Erstmals wurde er 1900 an Kunden des französischen Reifenstellers Michelin verteilt. Aus dieser Tradition stammen auch die Bewertungen: Ein Stern steht für eine raffinierte Küche, «für die sich ein Halt lohnt». Zwei Sterne für eine aussergewöhnliche Küche, «die einen Umweg wert ist». Drei Sterne schliesslich werden für eine einzigartige Küche vergeben, die «die Reise lohnt».

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