Das Angebot an Mischlösungen für ältere Menschen zwischen Selbständigkeit und Heim - sogenannte «intermediäre Strukturen» - hat zugenommen.
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Ein Mann wird im Bett von einer Betreuerin gepflegt. (Symbolbild) - Keystone

Das Angebot an Mischlösungen für ältere Menschen zwischen Selbständigkeit und Heim - sogenannte «intermediäre Strukturen» - hat zugenommen. Prozentual im Verhältnis zur Anzahl Seniorinnen und Senioren ist die Zunahme allerdings eher gering und von Kanton zu Kanton sehr unterschiedlich.

Gegenüber 2015, als das Schweizerische Gesundheitsobservatorium (Obsan) erstmals eine Erhebung zu den «intermediären Strukturen» machte, hat sich die Anzahl Alterswohnungen - betreutes Wohnen inbegriffen - auf 32'000 Wohnungen nahezu verdoppelt.

Zahl der Alterswohnungen bleibt stabil

Verglichen mit der Anzahl Heimplätze ist der Anteil an «intermediären Strukturen» erheblich: Es gibt heute in der Schweiz rund 1600 Alters-und Pflegeheime mit rund 100'000 Plätzen.

Das Angebot an Alterswohnungen im Verhältnis zur älteren Bevölkerung ist indes seit dem ersten Bericht relativ stabil, wie es jetzt im zweiten Bericht heisst. Der Anteil ist sogar leicht zurückgegangen von 67 auf 64 Wohnungen pro 1000 Personen im Alter von 80 Jahren und mehr. Besonders viele Alterswohnungen im Verhältnis zur Bevölkerung gibt es in den Kantonen Basel-Stadt, Zug und Appenzell Innerrhoden.

Zusätzlich zu den Alterswohnungen kommen als «intermediäre Strukturen» Tages-und Nachtstrukturen für ältere Menschen und Kurzzeitaufenthalte im Alters-und Pflegeheim. Bei den Tages-und Nachtstrukturen wurden dem Obsan mehr als 500 Einrichtungen gemeldet, und damit 120 mehr als 2015.

Hochgerechnet entspricht das 4200 Tages- und 500 Nachtplätzen. Während es doppelt so viele Nachtplätze gibt wie 2015, ist die Anzahl Tagesplätze nur um ein Drittel gestiegen.

Eine durchschnittliche Tages- und Nachtstruktur hat rund 38 verschiedene Klienten und rund 2000 Aufenthaltstage pro Jahr. Die Preise für die Klienten rangieren von 40 bis 153 Franken pro Tag je nach Kanton.

Auch hinsichtlich der Anzahl Angebote unterscheiden sich die Kantone erheblich. Von den neun Kantonen, welche der Obsan einigermassen vollständige und vergleichbare Daten lieferten, verfügt Basel-Stadt über die meisten Alterswohnungen: 121 pro 1000 Einwohnern über 80 Jahren. Es folgen Zug mit 115, Appenzell-Innerrhoden mit 114, Nidwalden mit 81 und Waadt mit 63. Die Schlusslichter bilden Uri, Tessin und Jura mit 29 bis 31 Plätzen auf 1000 Einwohner über 80.

Kurzzeitplätze sind grosse Verlierer

Am wenigsten mithalten konnten die Kurzzeitplätze in Alters-und Pflegeheimen, die in den letzten fünf Jahren nur um sechs Prozent zugenommen haben. Gemäss Obsan werden bei Bedarf aber auch Langzeitplätze für Kurzaufenthalte zur Verfügung gestellt, so dass das Angebot letztlich doch gestiegen sei.

Neben kantonalen gibt es auch erhebliche sprachregionale Unterschiede. In der Romandie ist beispielsweise das Angebot an Pflegeleistungen im Betreuten Wohnen deutlich stärker ausgebaut als in der Deutschschweiz.

Die Autoren des Berichts gestehen allerdings ein, dass die gesammelten Daten - vor allem aus den Kantonen - lückenhaft sind. Dennoch würden solche Daten als Planungsgrundlage und als Vergleich mit anderen Kantonen von den Kantonen selber als sehr wichtig erachtet. «Um diesem Bedürfnis Rechnung zu tragen, wäre eine regelmässige statistische Erhebung zu den intermediären Strukturen notwendig», lautet das Fazit des Berichts.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Angebot an Mischlösungen für Senior*innen ist gestiegen.
  • Die «intermediären Strukturen» werden immer beliebter.

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