Lufthansa verfehlt Erwartungen und senkt Jahresprognose
Lufthansa verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 einen deutlichen Gewinnrückgang. Hohe Kerosinkosten und Streiks belasten den Konzern.

Die Lufthansa Group hat im ersten Halbjahr 2026 trotz höherer Umsätze deutlich weniger verdient. Vor allem steigende Treibstoffkosten und Streikauswirkungen belasteten das Ergebnis.
Wie die «WirtschaftsWoche» berichtet, lag der Konzernumsatz rund acht Prozent über dem Vorjahreswert. Gleichzeitig verschlechterten sich jedoch die Ergebniszahlen deutlich, während der bereinigte freie Cashflow auf minus 365 Millionen Euro sank.
Besonders die hohen Kerosinpreise wirkten sich negativ auf die Bilanz aus. Laut der «Tagesschau» entstanden Lufthansa durch teureren Flugtreibstoff infolge des Iran-Kriegs zusätzliche Kosten von rund 750 Millionen Euro.
Hohe Kosten drücken auf das Ergebnis
Im zweiten Quartal sank der bereinigte operative Gewinn um 56 Prozent auf 383 Millionen Euro. Zusätzlich belasteten die Folgen von Streiks rund um die 100-Jahr-Feier den Konzern mit etwa 150 Millionen Euro.
Auch das Konzernergebnis ging deutlich zurück. Nach Angaben der «Börse Express» sank der Gewinn im zweiten Quartal um 88 Prozent auf 123 Millionen Euro.
Die Lufthansa-Aktie reagierte negativ auf die veröffentlichten Zahlen. Das Papier fiel nach der Bekanntgabe der Ergebnisse zeitweise um 8,51 Prozent.
Lufthansa senkt Prognose für das Gesamtjahr
Wegen der aktuellen Belastungen passte der Luftfahrtkonzern die Erwartungen für 2026 an. Der Konzern rechnet nun mit einem bereinigten Betriebsgewinn zwischen 1,7 Milliarden und 2,2 Milliarden Euro.
Zuvor hatte das Unternehmen noch erwartet, den Vorjahreswert von 1,96 Milliarden Euro deutlich zu übertreffen. Konzernchef Carsten Spohr verwies laut der «Tagesschau» weiterhin auf eine stabile Nachfrage nach Flugreisen.
Die höheren Ticketpreise konnten einen Teil der zusätzlichen Kosten ausgleichen. Finanzchef Till Streichert erklärte der «Tagesschau» zufolge, dass Lufthansa rund 60 Prozent der höheren Kerosinkosten über steigende Preise kompensieren konnte.
Konkurrenz bleibt profitabler
Während der Luftfahrtkonzern mit der Erholung kämpft, meldeten andere grosse Fluggesellschaften geringere Rückgänge. Air France-KLM und die British-Airways-Mutter IAG erzielten weiterhin operative Gewinne, wie die «WirtschaftsWoche» schreibt.
Als Gründe für die schwächere Entwicklung werden unter anderem die komplexe Struktur des Konzerns und der laufende Umbau angegeben. Besonders das klassische Passagiergeschäft bleibt unter Druck.

Positive Beiträge kamen hingegen von einzelnen Tochtergesellschaften. Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo lieferten laut der «Börse Express» positive Ergebnisbeiträge.















