KPT-Kunden können rezeptfreie Medikamente neu auch online bestellen

    Laura Del Favero
    Laura Del Favero

    Bern,

    In der Schweiz ist der Versandhandel mit rezeptfreien Medikamenten verboten. In Zeiten von Corona ist das ein grosses Problem. Die KPT will deshalb Abhilfe leisten.

    Medikamente
    In der Schweiz ist der Versandhandel mit OTC-Medikamenten verboten – nur wenn ein Arzt ein entsprechendes Rezept ausstellt, dürfen Versender liefern. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In der Schweiz dürften OTC-Medikamente ohne Rezept nicht online bestellt werden.
    • Ein Verbot, das gerade in Zeiten von Corona vielerorts auf Unverständnis stösst.
    • Die KPT lanciert deshalb vorübergehend einen neuen Online-Medikamentenservice.

    Krankt im Bett – und die Apotheke ist weit? Gut gibt es das Internet. Hier wimmelt es nur so von Versandapotheken. Was viele aber nicht wissen: Ausgerechnet der Onlinehandel von rezeptfreien Medikamenten ist in der Schweiz verboten.

    «Der Grund liegt in einem veralteten Gesetz und einem Bundesgerichtsurteil», erklärt Comparis-Gesundheitsexperte Felix Schneuwly. Dieses besagt, dass der Onlineversand von sogenannten OTC-Medikamenten nur mit einem entsprechenden Rezept zu lässig sei.

    Verbot fördert Import aus dem Ausland

    Doch gerade in Zeiten von Corona fällt der Gang in die Apotheke schwer. Zu gross ist die Angst vor einer möglichen Ansteckung. Die Versandapotheke Zur Rose hatte den Bundesrat deshalb um eine befristete Sondererlaubnis gebeten – jedoch ohne Erfolg.

    Coronavirus
    Wegen der aktuellen Corona-Pandemie trauen sich viele Menschen nicht mehr auf die Strasse, geschweige denn in die Apotheke. - Pixabay

    Für Schneuwly unbegreiflich: «Konsumenten sollen frei wählen dürfen, ob sie Medikamente stationär oder online beziehen dürfen.» Ein solches Gesetz, wie es hierzulande besteht, schütze die Konsumenten keineswegs. Im Gegenteil: Es führe dazu, dass nicht rezeptpflichtige Medikamente online aus dem Ausland beschafft werden.

    Neuer Online-Medikamentenservice schafft Abhilfe

    Dieser Ansicht ist auch die KPT und lanciert deshalb vorübergehend einen neuen Online-Medikamentenservice. «Nach dem Ausfüllen eines kurzen Onlineformulars klärt das telemedizinische Beratungszentrum Medi24 die Bedürfnisse der Kunden ab und verschreibt (falls indiziert) das passende Medikament», erklärt Mediensprecher Beni Meier. Daraufhin liefere die Versandapotheke Zur Rose das Produkt bequem und sicher bis vor die Haustür.

    KPT
    Die KPT lanciert zusammen mit Medi24 und Zur Rose einen innovativen Online-Medikamentenservice. - Keystone

    Ein Konzept mit Zukunftspotential? Durchaus! Denn dank diesem Zwischenschritt ist der Dienst gesetzeskonform, versichert Meier. Fürs Erste laufe der Online-Medikamentenservice bis Ende Juni 2020. Anschliessend werde die KPT gemeinsam mit ihren Partnern prüfen, ob der Service weiterbestehen soll.

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