Heinz Herrmann Thiele rechnet für die Sanierung der Lufthansa mit fünf bis sechs Jahren. Zudem plant der Grossaktionär nicht, mehr Aktien zu kaufen.
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Heinz Hermann Thiele. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Sanierung der Lufthansa werde fünf bis sechs Jahre dauern.
  • Davon ist Grossaktionär Heinz Hermann Thiele überzeugt.
  • Er plane aktuell nicht, sein Aktienpaket zu erhöhen, er schliesse es aber auch nicht aus.

Grossaktionär der Lufthansa, Heinz Hermann Thiele, erwartet, dass die Sanierung der deutschen Fluggesellschaft fünf bis sechs Jahre dauern wird. «Das wird für alle Beteiligten ein schmerzhafter Weg – wie schmerzhaft, das kann heute keiner sagen.» Dies erklärte Thiele der «Bild am Sonntag».

Er traue es Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr und seiner Mannschaft zu, diese Aufgabe zu schultern. Sie würden die Lufthansa mittelfristig wieder zu einer starken Airline machen.

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Lufthansa und MSC haben sich für ein Angebot zusammengeschlossen. - Keystone

Restrukturierungsplan für Lufthansa

Das Management werde nunmehr einen Restrukturierungsplan entwerfen. Dies werde «nicht ohne harte Einschnitte abgehen. Denn wir wissen nicht, wie sich die gesamte Wirtschaft und der Luftverkehr künftig entwickeln», sagte Thiele. Die Nachfrage nach Flugreisen werde sicherlich wieder zunehmen, «zunächst aber auf ein geringeres Niveau als vor Corona».

Thiele fordert vom Lufthansa-Management harte Sparmassnahmen: «Aufgrund der umfangreichen Kredite die verzinst und getilgt werden müssen, reichen Personal- und Sachkostenreduzierung nicht aus. Es müssen auch Beteiligungen von Tochtergesellschaften auf den Prüfstand», forderte er. Es müsse alles angeschaut werden, «was nicht für den absoluten Kernbetrieb für die nächsten Jahre erforderlich ist. Wie zum Beispiel das Catering-Geschäft in Europa oder Teile der Lufthansa-Technik».

Seine Motivation, mit 15,5 Prozent bei Lufthansa einzusteigen, war laut Thiele kein Geschäftssinn, sondern Patriotismus. Und jahrzehntelange Verbundenheit mit der Marke: «Ich fliege seit 50 Jahren mit Lufthansa und habe fast immer auf allen Flügen die besten Erfahrungen gemacht. Erstklassige Maschinen, exzellenter Service, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft.»

Thiele hat keine Absicht, sein Paket an Aktien zu erhöhen

Zu seinem künftigen Einfluss bei Lufthansa sagte Thiele dem Blatt: «Gegenwärtig habe ich keine Absicht, mein Aktienpaket zu erhöhen – ich schliesse das allerdings auch nicht aus.» Er könnte sich auch vorstellen, als Ankeraktionär um ein Verwaltungsratsmandat zu bemühen.

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Die Lufthansa-Tochter Swiss hat mit der Corona-Krise zu kämpfen. - Keystone

Die Aktionäre hatten am Donnerstag grünes Licht für das neun Milliarden Euro schwere Rettungspaket gegeben. Thieles Zustimmung galt lange Zeit als ungewiss, er kündigte erst nach langem Zögern sein Ja zu dem Hilfsprogramm an.

Er stiess sich vor allem an der vorgesehenen Beteiligung der deutschen Regierung. Und er wollte den Rettungsplan für die angeschlagene Fluggesellschaft nachverhandeln. Auch das Rettungspaket für die Swiss war vom Entscheid der Aktionäre abhängig.

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