Käse-Exporteure: «Ein, zwei Monate, dann fliegen wir aus dem Regal»

Riccardo Schmidlin
Riccardo Schmidlin

Bern,

Die Käse-Exporteure schlagen wegen der US-Zölle Alarm und machen Druck. Derweil sieht Guy Parmelin gute Chancen für einen Zoll-Deal mit den USA.

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Lorenz Hirt, Präsident Switzerland Cheese Marketing, warnt: «Noch ein bis zwei Monate, dann fliegen wir aus dem Regal.» - SRF

Das Wichtigste in Kürze

  • Bundesrat Parmelin ist optimistisch für einen Zoll-Deal mit den USA.
  • Die Schweizer Käsebranche hofft auf eine Senkung der 39-Prozent-Zölle.
  • Die USA nahmen über 300 Millionen Dollar monatlich durch Zölle auf Schweizer Importe ein.

Die Chancen auf einen Zoll-Deal mit den USA stehen offenbar gut. «Wir hatten ein sehr gutes Gespräch und konnten fast alle Punkte klären», sagte Bundesrat Guy Parmelin nach seinem Treffen.

Der Wirtschaftsminister flog in der Nacht auf Donnerstag nach Washington – gemeinsam mit Staatssekretärin Helene Budliger Artieda. Dort trafen sie sich unter anderem mit dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer.

Eine Branche, die besonders auf einen Zoll-Deal hofft, sind die hiesigen Käser.

«Nicht konkurrenzfähig mit EU-Käse»

An den «World Cheese Awards» sagt Lorenz Hirt, Präsident Switzerland Cheese Marketing, im SRF-Interview: «Käseproduzenten und vor allem Käseexporteure leiden stark unter diesen Zöllen. Wir sind nicht konkurrenzfähig – vor allem nicht mit den direkten Konkurrenten in der EU

Bis jetzt habe man zwar einigermassen mit der Situation für den US-Markt umgehen können. «Aber es geht noch ein bis zwei Monate, dann fliegen wir aus dem Regal.» Es sei «sehr wichtig», dass die Zölle von 39 Prozent nun gesenkt werden.

Woher stammt dein Lieblingskäse?

Jürg Kriech, Geschäftsführer von Raclette Suisse, sagt: «Hoffnung haben wir. Trump gab ja auch schon gewisse Signale.»

Olivier Isler, Direktor der Sortenorganisation Gruyère, hofft auf nur 15 Prozent Zölle. So, wie sie die EU schon hat. «Dann wäre der Wettbewerbsnachteil eliminiert.» Gibt es keinen Deal, sei die Zukunft für den Schweizer Greyerzer «sehr schwierig».

Zölle sind für die USA Millionengeschäft

Seit dem 7. August erheben die USA einen Strafzoll von 39 Prozent auf Einfuhren aus der Schweiz. Zuvor galt bereits ein Zehn-Prozent-Zoll.

Seit den 39 Prozent haben die USA im August und September mehr als 300 Millionen Dollar auf Schweizer Einfuhren eingenommen. Das berichtet die «NZZ».

Die Berechnungen basieren auf Schätzungen auf Basis früherer Zahlen und der Schweizer Exportstatistik. Der US-Zoll publizierte wegen des Shutdowns nämlich keine neuen Zahlen.

Kommentare

User #5957 (nicht angemeldet)

Liebe Schweizer Bürger was plaudert Ihr alle da , in Eurem Kommentar ? Ahhh natürlich . . . Amerika ist ein wichtiger Handelspartner. So was ist los mit , auf einer Seite schimpfen und jammern über Amerikanische Politik anders Seitens ist Amerika gut genug für die Schweizer Industrielle Märkte wie Pharma , Uhren , Tech ,Schokolade oder eben Käse. Hypocritical Society für sicher.

User #4086 (nicht angemeldet)

Für Milch und Käse werden Kühe künstlich (durch Menschenhand) besamt, das Kalb wird sofort weggenommen. Wenn das Kalb männlich ist, sogar sofort getötet! Liebe Mütter: Fändet ihr das schön, wenn man das mit eurem Baby machen würde? Nein. Also: Vegan leben anstatt Tiere quälen!!!!

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