Auch weiterhin erklären nur wenige Personen- und Kapitalgesellschaften die Insolvenz: Nach historischen Tiefständen stieg die Anzahl der Insolvenzanträge im November im Vergleich zum Vormonat leicht auf insgesamt 655, wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) am Dienstag erklärte.
Geschlossene Bar in Berlin
Geschlossene Bar in Berlin - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Zahl der betroffenen Arbeitsstellen weiterhin gering.

Im Vergleich zum Allzeittief der Monate August und September stieg die Anzahl der Insolvenzen somit um 15 Prozent. Die Zahl der betroffenen Arbeitsstellen blieb laut IWH gering.

In den grössten zehn Prozent der betroffenen Unternehmen waren demnach etwa 3100 Stellen von den Insolvenzen betroffen. Nur im August 2021 war die Anzahl laut IWH noch geringer. Das IWH rechnet mit einem weiteren leichten Anstieg der Insolvenzzahlen in den kommenden Monaten.

«Durch die anhaltend geringen Insolvenzzahlen steigt derzeit jeden Monat die Zahl der Unternehmen, die nur durch staatliche Unterstützungsprogramme im Markt bleiben können», erklärte IWH-Insolvenzexperte Steffen Müller. Durch den fehlenden Wettbewerb könne auch Schaden entstehen, warnte er weiter. Die staatlichen Unterstützungsmassnahmen sollten deshalb nicht über den März 2022 verlängert werden, forderte das IWH.

Für das Jahr 2022 rechnen die Experten der Kreditversicherungsgesellschaft Euler Hermes laut einer Studie aus dem Oktober mit deutlich mehr Insolvenzen: Ein Anstieg um rund 15 Prozent sei demnach zu erwarten. Die globalen Fallzahlen würden jedoch wegen des niedrigen Ausgangsniveaus trotzdem vier Prozent unter dem Wert von 2019 liegen. Grund für die aktuell niedrigen Insolvenzzahlen seien staatliche Unterstützungsmassnahmen.

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