Iran-Konflikt treibt Ölpreis massiv an
Die Eskalation im Nahen Osten treibt den Ölpreis stark an. Brent steigt zeitweise um 13,7 Prozent auf 82.37 Dollar je Barrel – höchster Stand seit Januar 2025.

Die militärische Eskalation im Nahen Osten hat den Ölpreis am Montag dramatisch nach oben getrieben.
Der Preis für Brent-Öl stieg zeitweise um 13,7 Prozent auf 82.37 Dollar (etwa 74.13 Franken) je Barrel. Das ist der höchste Stand seit Januar 2025, wie «Bloomberg» berichtet.
Die US-Ölsorte WTI sprang zunächst um gut zehn Prozent auf 72.78 Dollar (etwa 65.50 Franken) pro Fass, meldet das «Handelsblatt». Im weiteren Handelsverlauf flachten die Zuwächse jedoch wieder etwas ab.
Strasse von Hormus als entscheidender Faktor für Ölpreis
Der entscheidende Faktor für den Ölpreis ist die Schliessung der Strasse von Hormus, erklärt Ajay Parmar vom Analysehaus ICIS. Der Iran hatte Schiffen die Durchfahrt durch die strategisch wichtige Wasserstrasse verboten, schreibt der «Tagesspiegel».
Die Meerenge zwischen dem Iran und Oman ist für den globalen Energiemarkt von zentraler Bedeutung.
2025 verschifften Reedereien und Energiekonzerne durch die Meerenge pro Tag rund 13 Millionen Barrel Rohöl, berichtet «Business Insider». Das entspricht etwa 20 bis 30 Prozent der globalen Versorgung.
Analysten rechnen mit Preisen bis 100 Dollar
Analysten von Barclays rechnen damit, dass Brent 100 US-Dollar (etwa 90 Franken) pro Barrel erreichen könnte. Das wäre ein Sprung von rund 37 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs vom Freitag, berichtet «Business Insider».
Auch Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, erwartet bei längerer Schliessung Preise nahe 100 Dollar, berichtet der «Focus».
Eine mehrmonatige Hochpreisphase würde die Inflation im Euroraum rechnerisch um mehr als einen Prozentpunkt erhöhen.
Opec+ erhöht Förderung nur moderat
Die Opec+ hatte am Sonntag beschlossen, die Tagesproduktion zu erhöhen. Acht Kernländer des Kartells wollen ihre Produktion im April um 206'000 Barrel pro Tag ausweiten, meldet der «Tagesspiegel».

Die Massnahme gilt jedoch als unzureichend, um kriegsbedingte Lieferausfälle auszugleichen. Die Opec+-Staaten könnten zwar Ausfälle aus dem Iran ausgleichen, doch sie haben nicht genug freie Produktionskapazitäten, um eine Hormus-Blockade wettzumachen.
Faktisch verfügen nur Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate sowie begrenzt Kuwait und Irak über freie Kapazitäten, berichtet «Cash».












