Die Grünen haben Forderungen aus der Union und FDP nach einer Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke als «Phantomdebatte» zurückgewiesen.
Abgeschaltetes Atomkraftwerk Grundremmingen
Abgeschaltetes Atomkraftwerk Grundremmingen - AFP/Archiv

«Die Bundesregierung hat längst geprüft, welche Energiealternativen zur Verfügung stehen», sagte die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Julia Verlinden, den Zeitungen der Mediengruppe Bayern vom Dienstag. «Eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke gehört nicht dazu.»

«Wer jetzt also das Revival der Atomkraft fordert, der führt eine Phantomdebatte, die uns nicht weiterhilft», sagte Verlinden weiter. «Erdgas wird vor allem im Wärmesektor und in der Industrie eingesetzt. Atomstrom hilft uns da nicht.»

CDU-Chef Friedrich Merz erneuerte die Forderung seiner Partei, eine Laufzeitverlängerug der drei verbliebenen deutschen Atomkraftwerke über das Jahresende hinaus zu ermöglichen. Angesichts der Energiekrise «sollten wir uns nicht die Möglichkeit nehmen, unsere Kraftwerke weiter laufen zu lassen, um damit Gas bei der Stromerzeugung einzusparen», schrieb Merz in einem Gastbeitrag für die «Bild»-Zeitung vom Dienstag. Die Grünen müssten beim Thema Atomkraft über ihren Schatten springen. Es dürfe «keine Denkverbote» geben.

«Tut es für Deutschland», appellierte Merz an die Grünen. Der CDU-Chef betonte zugleich, auch die Union wolle «das baldige Ende der alten Atomkraft in Deutschland». In der aktuellen Lage dürfe sich das Land aber dieses Energieträgers aber nicht berauben.

Der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion im Bundestag, Lukas Köhler, bekräftigte die Forderung, die Atomkraft als Option zu prüfen. Sie könne «in einer akuten Notlage einen wichtigen Beitrag leisten», sagte er der Mediengruppe Bayern. Die Politik dürfe sie «nicht einfach vom Tisch fegen».

Köhler warf dem Bundeswirtschaftsministerium vor, im März diese Möglichkeit über «eine eher oberflächliche Prüfung» ausgeschlossen zu haben. «Es wäre fatal, wenn Menschen in Deutschland frieren oder Arbeitsplätze verloren gehen, weil Gas wegen fehlender Alternativen für die Stromproduktion benötigt wird.»

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