Impfung – Alle drei Grippestämme werden angepasst
Die Impfung gegen Grippe wird für die Saison 2026/2027 angepasst. Fachleute erklären, wer besonders profitiert und wie wirksam der Schutz ist.

Für die Grippesaison 2026/2027 haben die Hersteller alle drei enthaltenen Virusstämme angepasst. Wie das Paul-Ehrlich-Institut berichtet, war die Anpassung wegen deutlicher Veränderungen der Influenzaviren erforderlich.
Die Zusammensetzung der Impfstoffe wird regelmässig aktualisiert, weil sich Grippeviren fortlaufend verändern. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für die neue Saison Komponenten gegen Influenza A(H1N1), A(H3N2) und Influenza B der Victoria-Linie.
Die WHO stützt ihre Empfehlungen auf weltweite Überwachungsdaten und Einschätzungen zur erwarteten Viruszirkulation. Trotzdem lässt sich nicht sicher vorhersagen, welche Varianten im Winter tatsächlich dominieren werden.
Wer sollte sich impfen lassen?
Laut dem «Spiegel» erwartet Charité-Experte Leif-Erik Sander wegen der Anpassung keine schwerere Grippewelle. Die Variante A(H3N2), Subklade K, sei bereits in der vorherigen Saison verbreitet gewesen.
Die STIKO empfiehlt die Grippeimpfung jährlich für Menschen ab 60 Jahren, Schwangere und chronisch Erkrankte. Auch Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie medizinisches Personal gehören zu den empfohlenen Gruppen.
Der «AOK» zufolge gilt die Empfehlung ebenfalls für Menschen, die besonders gefährdete Personen betreuen oder mit ihnen zusammenleben. Für Personen mit regelmässigem beruflichem Kontakt zu bestimmten Tieren bestehen zusätzliche Empfehlungen.
Impfung: Für wen sie besonders wichtig ist
Bei älteren Menschen reagiert das Immunsystem häufig schwächer auf Impfungen. Deshalb empfiehlt die STIKO ab 60 Jahren spezielle Hochdosis-Impfstoffe oder MF-59-adjuvantierte Impfstoffe, die eine stärkere Immunantwort fördern sollen.
Die Schutzwirkung hängt unter anderem vom Alter, Gesundheitszustand und der Übereinstimmung mit den zirkulierenden Viren ab. Auch bei einer unvollständigen Übereinstimmung kann die Impfung vor Erkrankungen und schweren Verläufen schützen.
Über das Ausmass des Nutzens wird diskutiert. Wie das «SRF» berichtet, beurteilt der Infektiologe Philip Tarr die Wirksamkeit bisheriger Grippeimpfstoffe kritisch.
Wirksamkeit und Impfquote bleiben Thema
Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) hält dagegen, dass die Impfung schwere Krankheitsverläufe deutlich reduzieren kann. Laut der BAG-Information zur saisonalen Grippe variiert die Wirksamkeit je nach Saison und Personengruppe zwischen 20 und 80 Prozent.
In Deutschland waren während der Saison 2024/2025 lediglich 34,5 Prozent der Menschen ab 60 Jahren gegen Grippe geimpft. Damit blieb die Quote deutlich unter dem angestrebten Ziel von 75 Prozent.

Auch in der Schweiz blieb die Impfquote niedrig. Laut dem «SRF» liessen sich im Winter 2023/2024 nur 37 Prozent der über 65-Jährigen gegen Grippe impfen.












