Nach fünf Tagen weg: Wurde Trump-Sprecherin in Falle gelockt?

    Riccardo Schmidlin
    Riccardo Schmidlin

    USA,

    Ein Interview mit Fox-News-Moderator Sean Hannity wirft Fragen auf: Wurde die Trump-Sprecherin Katie Zacharia gezielt in die Falle gelockt?

    Katie Zacharia
    Katie Zacharia war nur gerade fünf Tage in Amt. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Katie Zacharia verlor nach nur fünf Tagen ihren Posten als Pressesprecherin der Trump-Regierung.
    • Laut einem Medienbericht könnte ein Fox-News-Interview gezielt eingefädelt worden sein, um sie zu Fall zu bringen.
    • Das Weisse Haus und Fox News weisen die Vorwürfe zurück.

    Ein Interview bei Fox News könnte Katie Zacharia zum Verhängnis geworden sein. Nur fünf Tage nach ihrem Amtsantritt als Pressesprecherin der Trump-Regierung verlor die 41-Jährige ihren Posten.

    Nun steht der Verdacht im Raum, dass der Auftritt mit Moderator Sean Hannity gezielt eingefädelt wurde.

    Laut «Politico» soll Susie Wiles, die einflussreiche Stabschefin im Weissen Haus, bei der Organisation des Interviews mitgewirkt haben. Der Medienbericht stützt sich auf zwei Quellen, die mit den internen Abläufen vertraut sind.

    Hier wird Katie Zacharia bei Fox News gegrillt.

    Demnach war Zacharia ursprünglich nicht ihre bevorzugte Kandidatin. Eine der Quellen bezeichnete das Interview darum als einen «abgesegneten Abschuss».

    Beweise für eine gezielte Intrige gibt es bislang nicht. Ein ranghoher Mitarbeiter des Weissen Hauses weist die Vorwürfe zurück. Zwar würden Wiles und Hannity miteinander sprechen, ein solches Vorgehen entspreche aber nicht ihrer Art.

    Trump-Sprecherin gerät in Erklärungsnot

    Im Fox-News-Interview konfrontierte Hannity seine Gesprächspartnerin mit zwei heiklen Themen: ihrem ersten Presseauftritt im Weissen Haus und ihren juristischen Qualifikationen.

    Bei ihrer Premiere hatte Zacharia die Fragerunde nach rund 14 Minuten und nur drei Fragen beendet. Sie begründete den kurzen Auftritt mit der knappen Vorbereitungszeit. Die nötigen Unterlagen habe sie erst am Morgen erhalten.

    Hannity wollte wissen, ob sie damit ihrem eigenen Team Versäumnisse vorwerfe. Zacharia geriet bei der Nachfrage in Erklärungsnot.

    Auch zu ihrem Lebenslauf musste Zacharia Stellung nehmen. Sie bestätigte, dass sie die Anwaltsprüfung in Kalifornien 2011 nicht bestanden und seither nicht wiederholt hatte.

    Trotzdem bezeichnete sie sich als Anwältin. Nach Rücksprache mit juristischen Fachleuten habe sie angenommen, sich als «lawyer» (Anwältin) bezeichnen zu dürfen. Rechtsberatung habe sie jedoch nie angeboten.

    Weisses Haus und Fox News weisen Vorwürfe zurück

    Kommunikationsdirektor Steven Cheung bezeichnet die Darstellung gegenüber «Politico» als «Spekulation» und «Fiktion». Zacharia sei eine wichtige Mitarbeiterin gewesen und werde Trump auch in einer neuen Funktion weiter unterstützen.

    Der erste Auftritt von Trumps neuer und schon wieder ehemaliger Pressesprecherin.

    Auch Fox News widerspricht dem Bericht: Hannity entscheide selbst über seine Gäste und Fragen. Wiles und die Kommunikationsmitarbeiterin Danielle Alvarez hätten mit der Buchung nichts zu tun gehabt.

    Wie fandest du den Auftritt der neuen Trump-Sprecherin?

    Ein Insider des Senders sieht die Verantwortung hingegen bei Zacharia selbst: «Sie hat sich mit ihrer eigenen Leistung selbst erledigt.»

    Donald Trump soll Sprecherin für ungeeignet gehalten haben

    Donald Trump erklärte vor Journalisten, er habe Zacharia geraten, ihre weitere Tätigkeit zu überdenken. Der Präsident soll Zacharia als ungeeignet für Fernsehauftritte gehalten haben.

    Mit fünf Tagen im Amt unterbot Zacharia sogar die Amtszeit von Anthony Scaramucci. Der frühere Kommunikationsdirektor des Weissen Hauses musste 2017 nach elf Tagen gehen.

    Scaramucci kommentierte ihren Abgang auf X mit den Worten: «Rekorde sind da, um gebrochen zu werden.»

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    Kommentare

    User #5529 (nicht angemeldet)

    Anscheinend ist diese US Regierung voll mit peinlichen und unfähigen Gestalten. Man kann es nicht mehr mit ansehen. Man ist über alle Massen angewiedert.

    User #4785 (nicht angemeldet)

    Die USA unter dem orangen König hat das Ziel der totalen Unglaubwürdigkeit erreicht. Das unsere Armee und unser BR immer noch hinter den Rüstungddeals steht, verheosst für die CH nicht viel Besseres.

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