Früherer Glencore-Chef Willy Strothotte gestorben
Der frühere Chef des Rohstoffkonzerns Glencore, Willy Strothotte, ist gestorben. Der zuletzt im Kanton Schwyz wohnhafte deutsche Manager übernahm nach dem Ausscheiden von Gründer Marc Rich im Jahr 1994 die Leitung von Glencore als CEO und später als Verwaltungsratspräsident.

Strothotte verstarb im Alter von 82 Jahren, wie Personen aus dem Umfeld des Milliardärs am Freitag einen Bericht von Bloomberg bestätigten. Seit seinem Ausscheiden bei Glencore war Strothotte nur noch wenig öffentlich in Erscheinung getreten. Er tauchte allerdings noch immer auf den Reichsten-Listen der «Bilanz» auf – zuletzt war sein Vermögen dort auf 1,8 Milliarden Franken geschätzt worden.
Der 1944 geborene deutsche Manager stiess Ende der 1970er Jahre zum damaligen Rohstoffhandels-Unternehmen Marc Rich + Co. Der Gründer des Unternehmens, Marc Rich, geriet zunehmend unter Druck wegen Problemen mit den US-Behörden, die ihm Steuerbetrug und Geschäfte mit feindlichen Staaten vorwarfen. Anfang der 1980er Jahre flüchtete er nach Zug, wo der Firmensitz seines Unternehmens war.
Nach einem turbulenten Machtkampf übernahm 1994 eine Managergruppe um Strothotte das Rohstoffhandels-Unternehmen und benannte es in Glencore («Global Energy Commodity and Resources») um. Das Unternehmen konnte unter Leitung von Strothotte nach den Turbulenzen um den umstrittenen Firmengründer stabilisiert werden.
Glencore expandierte in der Folge nicht zuletzt mit dem Kauf von Minen und Produktionsstätten. 2001 trat Strothotte den Chefposten an Ivan Glasenberg ab. Bis zum Börsengang von Glencore im Jahr 2011 nahm der Deutsche noch die Posten des Verwaltungsratspräsidenten von Glencore und des damaligen Schwesterunternehmens Xstrata wahr.
«Mit tiefer Trauer haben wir vom Tod von Willy Strothotte erfahren», erklärte Glencore am Freitag in einer Stellungnahme. «In seiner langjährigen Tätigkeit – zunächst als CEO und später als Verwaltungsratspräsident von Glencore – hat er das Unternehmen massgeblich geprägt. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Freunden und allen, die ihm nahestanden. Wir sprechen ihnen unser aufrichtiges Beileid aus.»










