Mitarbeitende sollen massenhaft Victorinox-Messer gestohlen haben
Bei Victorinox sollen zahlreiche Messer verschwunden sein. Die Polizei ermittelt, die Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren eröffnet.

Das Wichtigste in Kürze
- Bei Victorinox sollen in grossem Umfang Messer gestohlen worden sein.
- Die Produkte werden offenbar günstig auf Schweizer Flohmärkten verkauft.
Bei der weltbekannten Messerschmiede Victorinox sollen zahlreiche Produkte gestohlen worden sein. Wie der «Bote der Urschweiz» berichtet, sollen offenbar mehrere Mitarbeitende an den Diebstählen beteiligt gewesen sein.
Die Kantonspolizei Schwyz bestätigt entsprechende Ermittlungen. Im Jahr 2026 habe sie entsprechende Abklärungen vorgenommen. Die Staatsanwaltschaft habe ein Strafverfahren eröffnet.
Weitere Angaben macht die Polizei mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht.
Messer tauchen auf Flohmärkten auf
Beim Diebesgut soll es sich um ganz unterschiedliche Produkte handeln. Verschwunden seien Messer mit kleinen Fehlern, unfertige Halbprodukte, aber auch neuwertige Exemplare.
Insgesamt soll eine grosse Menge an Messern gestohlen worden sein. Dem Bericht zufolge soll es bei Victorinox deswegen auch zu Entlassungen gekommen sein. Bestätigt wird dies vom Unternehmen allerdings nicht.
Ein Teil der Messer soll inzwischen auf Schweizer Flohmärkten angeboten werden. Ein Antiquitätenhändler bestätigt gegenüber dem «Boten», dass dort grössere Mengen von Victorinox-Messern zu auffallend tiefen Preisen verkauft würden.
Aufgetaucht seien die Messer unter anderem in Zürich am Bürkliplatz, sowie auf dem Parkplatz des Wynecenters in Buchs AG. Häufig würden sie ohne Verpackung angeboten.
Früherer Fall kommt vor Gericht
Unabhängig von den aktuellen Ermittlungen beschäftigt bereits ein früherer Diebstahl bei Victorinox die Justiz. Das Unternehmen hatte im Mai 2023 wegen verschiedener Verdachtsmomente Strafanzeige erstattet. Die Untersuchung wurde im November 2025 abgeschlossen.

Im Januar 2026 erhob die Staatsanwaltschaft Anklage wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, versuchter Anstiftung zum Diebstahl sowie mehrfachen Hausfriedensbruchs.
Die Verhandlung vor dem Strafgericht Schwyz ist bereits angesetzt. Weil das Verfahren noch hängig ist, äussert sich Victorinox weder zum Sachverhalt noch zu einzelnen Vorwürfen.
Laut einer anonymen Quelle des «Boten» soll ein damaliger Mitarbeiter gegen ein kleines Entgelt einen Schlüssel zu Victorinox weitergegeben haben. Der Mann sei später gefasst worden, als er nicht mehr für das Unternehmen arbeitete.











