Fonds soll Schweinezüchter zum Ausstieg bewegen

    Simon Ulrich
    Simon Ulrich

    Hinterland,

    Mit Entschädigungen von bis zu 10 Millionen Franken sollen Zuchtbetriebe früher aussteigen. Die Hoffnung: Weniger Schweine und weniger Druck auf die Preise.

    Schweine
    Woche für Woche kommen mehr Schlachtschweine auf den Markt als verkauft werden können. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Branche schlachtet pro Woche bis zu 48’000 Schweine, verkauft aber nur 44’000.
    • Der Überschuss drückt die Preise; pro Kilo fiel der Erlös innert Jahresfrist stark.
    • Suisseporcs prüft Prämien für frühe Ausstiege und ein Bauverbot für neue Ställe.

    Die Schweizer Schweinebranche produziert mehr Fleisch, als der Markt aufnehmen kann. Laut Suisseporcs werden derzeit jede Woche rund 47’000 bis 48’000 Schlachtschweine verarbeitet. Verkauft werden können aber nur etwa 44’000 Tiere.

    Der Überschuss drückt die Preise: Der Kilogrammpreis für Schlachtschweine ist innert eines Jahres um rund einen Franken gefallen. Das berichtet der Landwirtschaftliche Informationsdienst LID.

    Der Grund ist nicht ein plötzlicher Anstieg der Tierbestände. Die Produktion wächst auch bei gleichbleibender Tierzahl.

    Zuchtfortschritte, bessere Tiergesundheit, mehr Ferkel pro Sau und schnellere Gewichtszunahmen lassen die Schweinefleischproduktion jedes Jahr um rund 1,5 Prozent steigen. Die Branche wird damit zum Opfer ihrer eigenen Effizienz.

    Kleine Höfe geben auf, grosse machen weiter

    Kleinere Betriebe würden verschwinden, sagte Suisseporcs-Zentralpräsident Andreas Bernhard an der Delegiertenversammlung in St. Urban. Grössere und professionellere Betriebe hätten dagegen investiert und produzierten länger. Der Markt reguliere sich darum nicht mehr wie früher.

    Als Lösung diskutiert Suisseporcs ein Stilllegungskonzept. Zuchtbetriebe, die ohnehin aufhören oder nicht mehr investieren wollen, sollen für einen früheren Ausstieg entschädigt werden.

    Prämien für frühe Ausstiege aus der Schweinezucht – eine gute Idee?

    Wer teilnimmt, dürfte den betroffenen Zuchtschweineplatz 25 Jahre lang nicht mehr nutzen. Zudem dürften während zehn Jahren keine neuen Schweineställe gebaut werden.

    Finanziert werden soll das Modell über einen Fonds bei Proviande, der Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft.

    Suisseporcs rechnet damit, dass Entschädigungen von 5 bis 10 Millionen Franken langfristig rund 100 Millionen Franken Mehrerlös bringen könnten, wenn sich dadurch die Preise stabilisieren.

    Die Branche ringt jetzt um den grossen Entscheid

    Das Konzept ist in der Branche umstritten. Besonders die Sektion Ostschweiz kritisierte fehlende Abklärungen und eine aus ihrer Sicht ungenügende Ausarbeitung. Andere Delegierte forderten rasches Handeln und sehen das Modell als möglichen ersten Schritt zu mehr Preisstabilität.

    Die endgültige Diskussion und Abstimmung soll am 27. Mai 2026 an einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung in Olten stattfinden. Ziel ist ein Schweinemarkt, der besser zur Nachfrage passt.

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    Kommentare

    User #4677 (nicht angemeldet)

    Bei jeder Initiative stellen sie sich quer für jegliche änderung das eigentlich zu gute der Natur und Landwirtschaft, und wer zahlt hier schon wieder? Habe absolut kein Verständnis mehr für die Aktuele Agro-Industrie so wie sie jetzt Funktioniert, immer sind Endkonsumete Schuld, senden aber Tausende Fahnen NEIN an jedem Bauernhof damit sich ja nicht ändert.

    User #6769 (nicht angemeldet)

    Wieder einmal stellt man fest das die Argumente, die gegner der Massentierhaltungs Inititative, vor einige Jahren völig Falsch waren, und das erst heute herauskommt. Danke am Baurnverband und die SVP, Ihra habt uns schönes bla bla verzält....

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