Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma rügt die Credit Suisse in der Beschattungsaffäre. Sie habe schwere Aufsichtsrechtsverletzungen begangen.
Schwer gerügt von der Finanzmarktaufsicht: die Grossbank Credit Suisse. (Archivbild)
Schwer gerügt von der Finanzmarktaufsicht: die Grossbank Credit Suisse. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Finma wirft der CS Aufsichtsrechtsverletzungen vor.
  • Es habe gravierende organisatorische Mängel gegeben.
  • Gegen drei Personen wird ein Verfahren eröffnet.

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma klopft der Credit Suisse in der Beschattungsaffäre auf die Finger: Die Grossbank habe schwere Aufsichtsrechtsverletzungen begangen, teilte die Finma am Dienstagabend mit. Es habe gravierende organisatorische Mängel gegeben.

Die Finma hat deshalb Massnahmen gegen die Bank verfügt, zwei Personen gerügt und Verfahren zur Durchsetzung des Aufsichtsrechts (sog. Enforcementverfahren) gegen drei weitere Personen eröffnet.

«Die Finma-Untersuchung zeigte, dass die Credit Suisse im Zeitraum zwischen 2016 und 2019 sieben Observationen plante und grösstenteils durchführte. Observiert wurden in zwei Fällen Geschäftsleitungsmitglieder in der Schweiz und daneben weitere damalige Mitarbeitende und Drittpersonen im Ausland.» Dies schreibt die Finma in der Mitteilung.

Tidjane Thiam Credit Suisse
Der 58-jährige Tidjane Thiam war von 2015 bis 2020 CEO der Credit Suisse. (Archivbild) - dpa

Die CS hatte ihren früheren Star-Manager Iqbal Khan vor seinem Wechsel zur UBS durch Detektive überwachen lassen. Zudem wurde der ehemalige Personalchef Peter Goerke observiert. Die Beschattung flog auf und führte dazu, dass verschiedene Führungskräfte die Bank verlassen mussten – auch Konzernchef Tidjane Thiam.

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