Fed erhöht Leitzins und wahrt laut Experten Glaubwürdigkeit
Der Zinsentscheid der Fed bringt eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte. Experten sehen darin ein wichtiges Signal gegen die anhaltende Inflation.

Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihren Leitzins erstmals seit Juli 2023 wieder angehoben. Der Fed-Zinsentscheid sieht einen Schritt um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent vor, wie die «Zeit» berichtet.
Seit Dezember 2025 hatte die Fed den Leitzins nicht verändert. Angesichts der weiterhin hohen Inflation hatten Experten befürchtet, eine weitere Zinspause könnte die Glaubwürdigkeit der Notenbank belasten, schreibt der «Tagesspiegel».
Thomas Gitzel von der VPBank wertet laut der «Zeit» die Entscheidung als Beitrag zur Glaubwürdigkeit der Federal Reserve. Jeff Schulze vom Franklin Templeton Institute sieht darin zudem ein Signal für eine konsequente Inflationsbekämpfung.
US-Notenbank setzt auf weitere Straffung
Der aktuelle Kurs steht zugleich im Gegensatz zu den Forderungen von US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte sich wiederholt für deutlich niedrigere Zinsen ausgesprochen und die aktuelle Erhöhung kritisiert, so die «Welt».
Fed-Chef Kevin Warsh verteidigte den Beschluss mit dem Auftrag der Notenbank, für stabile Preise zu sorgen. Zur Unabhängigkeit der Federal Reserve gehöre zudem, dass sie sich auf ihr Fachgebiet konzentriere, erklärte Warsh laut der «Zeit».
Eine Zinssenkung, wie sie Trump fordert, hielten die von «Tagesspiegel» zitierten Experten angesichts der aktuellen Wirtschaftsindikatoren nicht für begründet. LBBW-Analyst Elmar Völker verwies zudem darauf, dass die Fed damit einen anderen Kurs verfolgt als von Trump gewünscht.
Fed signalisiert weitere Zinserhöhungen
Auch weitere Zinserhöhungen bleiben nach dem Fed-Zinsentscheid möglich. 16 der 18 Fed-Mitglieder erwarten der «Welt» zufolge mindestens einen weiteren Schritt um 0,25 Prozentpunkte.
Für 2027 erwarten 14 Fed-Mitglieder einen Leitzins zwischen 4,00 und 4,25 Prozent. Eine knappe Mehrheit dieser Gruppe rechnet sogar mit einem Niveau von 4,25 bis 4,5 Prozent, wie der «Tagesspiegel» berichtet.

Robert Sockin von PGIM verweist auf die historische Vorgehensweise der US-Notenbank, wie die «Zeit» schreibt. Die Notenbank passe ihre Geldpolitik üblicherweise nicht mit nur einer einzigen Erhöhung oder Senkung an, erklärt der US-Chefökonom.












