Der Ukraine-Krieg beeinflusst Europas Wirtschaft stark. Die Europäische Zentralbank rechnet dennoch mit einem Wachstum.
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Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB). Foto: Boris Roessler/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die EZB-Präsidentin Lagarde hat sich zur wirtschaftlichen Lage in Europa zu Wort gemeldet.
  • Sie rechnet trotz des Krieges in der Ukraine mit einem Wachstum.

Der Ukraine-Krieg wird folgenreich für die Wirtschaft im Euro-Raum sein. Trotzdem rechent die Europäische Zentralbank (EZB) mit einem Wirtschaftswachstum. Dies kommunizierte EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Montag in Paris. Grund dafür ist, dass die Inflation steige und das Vertrauen von Unternehmen und Verbrauchern Schaden nehme.

Selbst im «düstersten Szenario» gehe die EZB aber von einer wachsenden Wirtschaft aus, sagte Lagarde. Ein solches Szenario umschrieb Lagarde mit inflationären Zweitrundeneffekten in Form deutlich steigender Löhne. Ausserdem mit einem Boykott russischer Energie sowie einem lang andauernden und verschärften Krieg.

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Eine Zinserhöhung soll im Juli erstmals passieren. - dpa

Lagarde wollte sich zwar nicht direkt zur Geldpolitik der Europäische Zentralbank äussern. Sie stellte jedoch einmal mehr Unterschiede zur geldpolitischen Ausrichtung der US-Notenbank Fed heraus. Die Eurozone und die USA befänden sich in unterschiedlichen wirtschaftlichen Phasen, sagte die Französin. Ausserdem sei Europa stärker von den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs betroffen.

Erste Leitzins-Erhöhung seit 2018

Die Fed hatte vergangene Woche ihren Leitzins erstmals seit dem Jahr 2018 angehoben. Für dieses Jahr wurden weitere Erhöhungen in Aussicht gestellt.

Die EZB hatte auf ihrer jüngsten Zinssitzung ein rascheres Abschmelzen ihrer konjunkturstützenden Wertpapierkäufe beschlossen. Zugleich entkoppelte sie jedoch ihre Zinspolitik zeitlich vom Ende der Anleihekäufe und verschaffte sich damit Flexibilität.

Die Notenbank sieht sich einer Gratwanderung ausgesetzt. Dies, da sie einerseits die Auswirkungen vom Ukraine-Krieg auf das Wachstum berücksichtigen muss. Zugleich muss sie aber die hohe und absehbar weiter steigende Inflation in Schach halten.

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