Täterschaft von Cyberangriff in Liechtenstein weiterhin unklar
Unbekannte haben im Fürstentum Liechtenstein rund 31'000 Datenkopien von Gesellschaften, Stiftungen und Treuhänderschaften gestohlen. Bisher konnte die Täterschaft nicht ermittelt werden. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, hiess es vonseiten der Regierung.

Erste Erkenntnisse aus der forensischen Untersuchung haben gezeigt, dass es sich um einen gezielten Angriff auf das Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen beim Amt für Justiz gehandelt hat, wie die Regierung des Fürstentums Liechtenstein am Montag in einer Medienmitteilung schrieb. Weitere Angriffe auf andere Systeme hätten nicht festgestellt werden können.
Am Montag seien zwei Systeme vom Netz genommen worden: das zentrale Kontenregister sowie das zentrale Steuerfachsystem. Es handle sich um reine Vorsichtsmassnahmen, hiess es in der Medienmitteilung weiter. Es gebe keine Indikation, dass in diesen Systemen ein rechtswidriger Zugriff stattgefunden habe. Alle Systeme würden nun zusätzlichen umfassenden Sicherheitsprüfungen unterzogen.
Nach vorläufigen Erkenntnissen habe sich in der Nacht auf Donnerstag «eine unbekannte Täterschaft widerrechtlich auf digitalem Weg» Zugriff auf das Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen verschafft, hiess es in einer Mitteilung der Liechtensteiner Regierung vom Sonntag.
Im Verlauf des Donnerstags seien beim Amt für Justiz Unregelmässigkeiten aufgefallen, worauf das Amt für Informatik eingeschaltet worden sei. Dieses habe zur Sicherheit das betroffene System vom Netz genommen. Am Freitag schliesslich sei die Regierung informiert und am Samstag seien die ersten bestätigten Ergebnisse der Voruntersuchungen an die Regierung übermittelt worden.
Das Gesetz über das Verzeichnis trat 2021 in Kraft, um die Vorgaben der EU-Geldwäschereirichtlinien umzusetzen. Bis zur Aufhebung des Bankgeheimnisses 2017 wurde Liechtenstein von zahlreichen Steuerhinterziehern für ihre Zwecke benutzt.










