Nach Pöbel-Videos in Thailand: Unschuldige Italienerin wird bedroht
Eine junge Italienerin wird im Netz beleidigt und bedroht, für etwas, das sie in Thailand getan haben soll – doch sie war gar nie dort.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Italienerin Carolina Di Vico wird im Netz beleidigt und bedroht – zu Unrecht.
- Sie wird mit einer Schülerin verwechselt, die in Thailand mit einer Gruppe Italiener Zugpassagiere angepöbelt hat.
- Caroline war aber nie in Thailand und wehrt sich jetzt.
Der Vorfall in Thailand sorgte vergangene Woche weltweit für Schlagzeilen und Empörung: Ein Video zeigt eine Gruppe italienischer Schüler, die in der U-Bahn von Bangkok Einheimische anpöbeln.
Der Clip ging auch in den sozialen Medien viral. Namen von Schülerinnen und Schülern kursierten daraufhin im Netz. Mit Folgen: Es trifft auch Unschuldige.
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Carolina Di Vico erlebt derzeit einen Albtraum. Die 23-jährige Studentin aus dem Mailänder Umland stellt an einem Morgen plötzlich fest, dass ihre Social-Media-Konten gesperrt sind. Dazu ist ihr E-Mail-Postfach überfüllt mit Beleidigungen und Drohungen.
Tagelang erhält Carolina Nachrichten auf Thailändisch, Englisch und in gebrochenem Italienisch. Die junge Frau zeigt dem Nachrichtensender «Rai» Fotos von den Nachrichten. Es seien «unwiederholbare Worte».
Das Problem: Carolina war nie in Thailand. Sie hat mit dem Vorfall absolut nichts zu tun. Trotzdem trifft sie die volle Wucht des «Shitstorms».
Italienerin will Droh-User anzeigen
Inzwischen wehrt sich die 23-Jährige öffentlich gegen die Verwechslung, berichtet das italienische Nachrichtenportal «Today.it». Doch das ist schwierig, denn im Netz glaubt man ihr nicht und sie wird als Lügnerin beschimpft.
Sie veröffentlicht mehrere Videos und Posts, in denen sie das Missverständnis erklärt. «Das Mädchen, um das es geht, bin nicht ich.» Sie versuchte auch einen direkten visuellen Vergleich: «Sie hat braunes Haar, ich blondes.»
Carolina sagt, sie wolle nicht alle Kommentare lesen, es seien zu viele. Sie entscheidet sich aber, die Beleidigungen und Drohungen nicht einfach zu löschen. Sie bewahrt alle Nachrichten auf.
Wie «Today.it» berichtet, will sie die Verfasser bei der Polizia Postale anzeigen, der italienischen Behörde für Cyberkriminalität.















