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EU-Kommission will mehr Eiweiss aus Europa

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Frankreich,

Als proteinreiches Futter führt Europa viel Soja aus den USA und Brasilien ein. Die EU-Kommission will nun die heimische Produktion stärken.

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Die EU-Flagge in Brüssel. - keystone

Die Brüsseler Behörde will den Anbau von Eiweisspflanzen in Europa fördern und deren Wettbewerbsfähigkeit verbessern, wie sie mitteilt. 2025 stammten ihren Angaben nach nur 25 Prozent der Ölsaaten und Eiweisspflanzen, die zur Tierfütterung in der EU verwendet wurden, aus der Union. Als neuen Richtwert setzt die Kommission 35 Prozent bis 2035. Das soll die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten verringern.

Die EU-Staaten sollen dafür unter anderem Hülsenfrüchte und Soja mit EU-Mitteln fördern. Hülsenfrüchte in der Fruchtfolge haben auch den Vorteil, dass sie den Düngemittelbedarf und die Treibhausgasemissionen senken, wie ein EU-Beamter sagte. Die Kommission sieht auch Potenzial bei nachhaltig angebauten Biokraftstoffen und einer effizienteren Nutzung von Biomasse.

In der Tierhaltung in der EU werden laut EU-Kommission jährlich 74 Millionen Tonnen Protein als Futtermittel verbraucht. Rund 26 Prozent davon werden eingeführt, insbesondere Soja. Proteinreiche Pflanzen werden vorwiegend als Sojabohnen und -schrot importiert, vor allem aus den USA, Brasilien und Argentinien.

Brasilien und Argentinien zählen zu den südamerikanischen Mercosur-Staaten, mit denen die EU seit Mai eine Freihandelszone bildet. Durch die Liberalisierung des Handels könnten Preise sinken, etwa die für Soja.

Künftig soll nach Vorstellung der EU-Kommission zudem ein grösserer Teil aus ukrainischer Herstellung abgedeckt werden. Allein durch einen Beitritt der Ukraine zur EU würde das Handelsdefizit bei pflanzlichem Eiweiss von 13,9 Millionen auf 4,7 Millionen Tonnen sinken, schreibt die Behörde.

Die EU-Kommission legte ausserdem eine Strategie vor, wie sie die Tierhaltung stärken will, damit diese widerstandsfähig, wettbewerbsfähig und nachhaltig bleibe. Sie mache 40 Prozent der Wertschöpfung der EU-Landwirtschaft aus, erwirtschafte einen Jahresumsatz von 400 Milliarden Euro und gebe 7 Millionen Menschen Arbeit.

Doch unter anderem Tierkrankheiten, Klimawandel, Marktveränderungen, hohe Produktionskosten und ein Mangel junger Landwirte seien Herausforderungen. Die Behörde kündigte unter anderem einen besseren Zugang zu Versicherungen und mögliche Lösungen wie mobile Schlachthäuser an, um diesen Teil der Landwirtschaft in vielen Regionen erhalten zu können. Gleichzeitig sollen weiter Emissionen gesenkt werden.

Bei dieser Gelegenheit erwähnte die Behörde auch erneut ihr Ziel, schrittweise aus der Käfighaltung auszusteigen. Sie nannte nun konkrete Zeitpunkte: Bis Ende des Jahres soll ein Gesetzesentwurf zum Tierwohl von Masthühnern und Legehennen vorgelegt werden. Darin soll es unter anderem auch um ein Ende der systematischen Tötung männlicher Eintagsküken gehen. Für das zweite Quartal 2027 kündigte die EU-Kommission zudem einen Vorschlag zu Schweinen an.

Bei den Vorschlägen werde es auch um praxisnähere Tierschutzindikatoren für den landwirtschaftlichen Betrieb gehen. An importierte Produkte sollen zudem künftig Anforderungen an den Tierschutz gestellt werden, die gleichwertig mit dem in der EU sein sollen. Auch sollen Landwirte bei der Umstellung unterstützt werden, etwa durch Förderprogramme. Die Kommission werde zudem mit der Europäischen Investitionsbank prüfen, ob bei Tierschutzmassnahmen ein bevorzugter Zugang zu Darlehen möglich sei.

Kommentare

User #6481 (nicht angemeldet)

"....Marktveränderungen, hohe Produktionskosten und ein Mangel junger Landwirte..." Tönt ein bisschen hausgemacht. Wen wundert's. Wenn die EU ein Mercosur-Abkommen will, dann soll sie damit leben. Wenn die Bauern in der EU einmal weg sind, sind sie weg.

User #5581 (nicht angemeldet)

@5581: Frieden SCHLIESSEN, natürlich nicht schiessen!

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