Ethos krisiert Firmen wegen CEO-Löhnen und Nachhaltigkeitsberichten

Keystone-SDA
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Genève,

Die Stiftung Ethos ist unzufrieden mit den an der Schweizer Börse kotierten Unternehmen. Die Managerlöhne seien weiter gestiegen und die Nachhaltigkeitsberichte blieben oft mangelhaft. Verhaltenes Lob gibt es immerhin für den höheren Frauenanteil in den Verwaltungsräten.

Novartis
Der Chef des Pharmakonzerns Novartis, Vasant Narasimhan. - Keystone

Die am Dienstag veröffentlichte Studie wertet die Abstimmungen an den Generalversammlungen 2026 aus, die Qualität der Nachhaltigkeitsberichte, die Löhne von Verwaltungsräten und Geschäftsleitungen sowie die Zusammensetzung der Verwaltungsräte. Untersucht wurden 172 Unternehmen des Swiss Performance Index (SPI), für die Ethos bis Ende Mai 2026 Abstimmungsempfehlungen abgegeben hatte.

Das Positive vorneweg: Der Frauenanteil in den Verwaltungsräten lag 2026 bei durchschnittlich 30,4 Prozent, nach 28,8 Prozent im Jahr zuvor. Trotzdem blieben laut Ethos 78 Unternehmen unter der gesetzlichen Vorgabe von 30 Prozent. In 22 Verwaltungsräten sass keine einzige Frau.

Unzufrieden ist Ethos hingegen mit der Lohnentwicklung: Die Chefs der grössten Konzerne verdienten immer mehr. Bei den Unternehmen des Swiss Market Index (SMI) stiegen ihre Bezüge in fünf Jahren um fast 29 Prozent auf durchschnittlich 8,8 Millionen Franken.

Acht Personen erhielten mehr als 10 Millionen Franken. Weil frühere Bonusprogramme oft erst mit Verzögerung wirken, fällt die tatsächlich ausbezahlte Summe laut der Studie häufig noch höher aus, manchmal erst Jahre später. Der Novartis-Chef etwa kam 2025 laut Ethos auf 25 Millionen Franken.

Die Vergütungsberichte waren denn auch der grösste Streitpunkt an den Generalversammlungen: Im Schnitt stimmten ihnen nur 87,5 Prozent zu. Mit diesem Anstieg liegt die Schweiz laut Ethos weltweit an vierter Stelle, hinter den angelsächsischen Ländern.

Bei den Nachhaltigkeitsberichten empfahl Ethos nur 37 Prozent der 2026 vorgelegten Berichte zur Annahme – nach 40 Prozent im Vorjahr. Insgesamt liessen 53 Unternehmen ihre Angaben zur Nachhaltigkeit von keiner unabhängigen Stelle prüfen.

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