Genf und Basel mit Rekordwerten: Hitzewelle hat Schweiz im Griff

36 Grad – und es wird noch heisser: Die Schweiz wird aktuell von einer Hitzwelle heimgesucht. Die wichtigsten Entwicklungen im Nau.ch-Wetterticker.

Hitze
Abkühlung empfohlen: Die Temperaturen könnten diese Woche auf bis zu 40 Grad steigen. - keystone

Heiss, heiss, heiss: Eine Hitzeglocke über Europa sorgt derzeit auch in der Schweiz für extreme Temperaturen. Der gestrige Sonntag brachte den bisher heissesten Tag des Jahres, an mehreren Stationen fielen neue Juni-Rekorde.

Diese Woche geht es im selben Stil weiter – eine Abkühlung ist nicht in Sicht. Der Höhepunkt wird gegen Freitag erwartet. Der Bund hat seine Hitzewarnung deshalb verlängert.

Die aktuellen Entwicklungen im Live-Ticker:

Hitzewelle hält die Schweiz weiter im Griff: Genf und Basel mit Rekordwerten

Die Schweiz schwitzt weiter: Am Dienstag wurden in Genf-Cointrin mit 36 Grad die höchsten Temperaturen seit Messbeginn für einen 23. Juni registriert. Noch etwas heisser war es in Basel-Binningen mit 36,4 Grad. Auch Payerne (36,0 Grad) und Visp (36,1 Grad) meldeten Spitzenwerte.

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Die Hitze kennt diese Woche kein Erbarmen. - keystone

Besonders betroffen bleibt die West- und Nordwestschweiz. Der Bund hat die Hitzewarnung von Stufe 3 auf Stufe 4 («grosse Gefahr») erhöht. Bis mindestens Montag wird keine deutliche Abkühlung erwartet.

MeteoSchweiz rechnet verbreitet mit 34 bis 37 Grad, ab Donnerstag könnten die Höchstwerte weiter steigen. Auch die tropischen Nächte mit Temperaturen bis über 20 Grad verschärfen die Hitzebelastung.

Waldbrand vermutlich durch defekten Akku ausgelöst

Die Kantonspolizei Bern teilte in einer Medienmitteilung mit, dass die Ursache des Waldbrandes vermutlich auf einen technischen Defekt zurückzuführen ist.

Nach bisherigen Abklärungen dürfte der Akku eines Geräts, das für Waldarbeiten eingesetzt wurde, den Brand ausgelöst haben. In der Folge griff das Feuer auf den Wald über.

Waldbrandgefahr steigt in der ganzen Schweiz

Die anhaltende Hitze und Trockenheit lassen die Waldbrandgefahr in der Schweiz weiter steigen. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) warnt aktuell in allen Kantonen vor erhöhter Gefahr.

waldbran
Zu heiss: Die Waldbrandgefahr steigt in der ganzen Schweiz - Screenshot BAFU

Besonders angespannt ist die Lage im Wallis: In Teilen des Kantons gilt Gefahrenstufe 5 – bereits ein kleiner Funke kann einen Brand auslösen. In betroffenen Gebieten herrscht ein striktes Feuerverbot in Wäldern und Waldnähe. Auch in Graubünden, unter anderem in der unteren Surselva, im Rheintal und im Prättigau, besteht erhöhte Gefahr.

Auch bei tieferen Gefahrenstufen gilt: Feuer nur an erlaubten Stellen und niemals unbeaufsichtigt lassen. Zigarettenstummel und Streichhölzer dürfen nicht auf den Boden geworfen werden. Grillstellen müssen vollständig gelöscht werden, bevor man den Ort verlässt.

Die Behörden rufen zu grösster Vorsicht auf: Ein einziger Funke kann bei der aktuellen Trockenheit verheerende Folgen haben.

Bei Beatenberg BE ist ein Waldbrand ausgebrochen

Am Dienstagnachmittag ist oberhalb der Gemeinde Unterseen BE ein Waldbrand ausgebrochen. Die Kantonspolizei Bern bestätigt gegenüber «Radio BeO» einen Feuerwehreinsatz mit einem Löschhelikopter.

Löschhelikopter
Oberhalb von Unterseen BE ist ein Löschhelikopter bei einem Waldbrand im Einsatz. (Symbolbild) - keystone

Bund verlängert und verschärft Hitzewarnung

Die Hitzewarnung wird weiter verschärft. Auch am Dienstag stuft das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz) die Lage erneut höher ein.

Hitzewarnung
MeteoSchweiz hat die Hitzewarnung erneut verlängert. So sieht die Karte heute Dienstag aus. - MeteoSchweiz

Neu gelten auch für die Kantone Aargau, Chur, Schaffhausen, Zürich und Solothurn Warnungen der Gefahrenstufe 4.

Karte
Gestern Montag sah die Karte noch so aus. - MeteoSchweiz

Das aktuelle Hoch zieht gemäss MeteoSchweiz weiter ostwärts und pumpt mit einer Südwestströmung weiterhin heisse, zunehmend aber auch feuchtere Luft in die Schweiz. Vielerorts liegen 34 bis 37 Grad drin, ab Donnerstag dürfte das Thermometer sogar nochmals etwas höher klettern.

Selbst nachts wird es kaum noch richtig kühl. Vielerorts sind Tropennächte mit Tiefstwerten zwischen 18 und 23 Grad zu erwarten.

Passagiere in Frankfurt müssen bei 50 Grad im Flugzeug ausharren

Die Hitzewelle hat am Frankfurter Flughafen offenbar zu dramatischen Szenen an Bord eines Ferienfliegers geführt. Wie ein Passagier gegenüber RTL berichtet, seien zahlreiche Passagiere bei Temperaturen von über 50 Grad im Flugzeug festgehalten worden.

Der SunExpress-Flug hätte am Sonntag nach Antalya fliegen sollen. Mehrere Passagiere hätten unter Kreislaufproblemen gelitten. Unter den Fluggästen hätten sich auch Kinder und Babys befunden.

Grund für die hohen Temperaturen war nach Angaben der Airline ein technischer Defekt, durch den die Klimaanlage am Boden nicht richtig funktionierte. Rettungskräfte rückten an, mehrere Fluggäste mussten medizinisch versorgt werden.

SunExpress entschuldigte sich für den Vorfall und kündigte eine Überprüfung der Abläufe an. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Schweiz knackt 35-Grad-Marke schon am Montag

Der Wochenstart hat es in sich. Gleich an mehreren Orten in der Schweiz ist am Montagnachmittag die 35-Grad-Marke überschritten worden. Bis zum Ende des Tages werden die Temperaturen noch weiter steigen.

Glace
Aktuell bringt auch ein Glace wenig Abkühlung... - keystone

In der Nordwestschweiz und im Wallis wurde die 35-Grad-Marke am frühen Montagnachmittag überschritten. Die Temperaturen stiegen bis zum Abend weiter an.

An den Stationen in Visp VS und Basel-Binningen wurden laut dem Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie Meteoschweiz um 14.30 Uhr 35,4 Grad gemessen. Zur gleichen Zeit waren es 35,3 Grad in Aarau und 35,2 Grad in Gösgen SO sowie in Würenlingen AG.

In Frankreich: Kleinkinder (†2 & †4) sterben in eingeschlossenem Auto

Die drückende Hitze hat im französischen Département Bouches-du-Rhône zwei kleine Kinder das Leben gekostet. Wie die Zeitung «La Provence» berichtet, wurden ein zwei- und ein vierjähriges Kind am Montagnachmittag leblos in einem Auto entdeckt.

Kind
Personen oder Tiere sollten aktuell auf keinen Fall im Auto zurückgelassen werden. - keystone

Das Fahrzeug stand in einer Garage. Nach ersten Erkenntnissen sollen die beiden Kleinkinder unbemerkt von ihrer 33-jährigen Mutter in das Auto gestiegen sein. In dem abgestellten Wagen dürften die Temperaturen innert kurzer Zeit auf lebensgefährliche Werte angestiegen sein.

Der Bund mahnt eindringlich, weder Kinder noch Tiere oder andere Personen in geparkten Fahrzeugen zurückzulassen.

Bund weitet Gefahrenstufe 4 aus

Der Bund hat neu einige Westschweizer Regionen auf Hitze-Gefahrenstufe 4 gesetzt. Konkret betroffen sind die Regionen Estavayer – Cudrefin, Genferseeregion, Nidau – Ins, Plaine de l'Orbe und Zentralwallis.

Der Bund schreibt in seinem Naturgefahrenbulletin: «Da die nächtlichen Tiefsttemperaturen aufgrund der höheren Luftfeuchtigkeit rund um die Seen des Westschweizer Mittellands sowie im Zentralwallis aufgrund der wärmeverstärkenden Gebirgslage tendenziell über 20 Grad bleiben, wird die Warnung in der Genferseeregion, in der Drei-Seen-Region sowie im Zentralwallis erhöht.»

Zuvor galt Stufe 4 lediglich für die Nordwestschweiz.

Hitze
Auch in der Westschweiz wurden einige Regionen am Montag auf Stufe 4 heraufgestuft. - Meteo Schweiz

Kommentare

User #7222 (nicht angemeldet)

Städte unter 50°C haben einfach zu wenig Verdichtung!

User #3151 (nicht angemeldet)

Der Benzinpreis ist wieder auf dem Stand vor dem Irankrieg. Aber das will niemand merken, weil man immer nur am Motzen ist

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