Der Materialmangel in Deutschlands Unternehmen hat sich im November noch verstärkt.
Containerterminal in Dortmund
Containerterminal in Dortmund - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Mehr Firmen als im Oktober .

In einer Umfrage des Ifo-Instituts klagten drei Viertel der Industriefirmen über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Im Mittelstand müssen rund 30 Prozent der Firmen laut einer Umfrage der DZ Bank deswegen sogar schon Aufträge ablehnen.

«Die erhoffte Entspannung ist ausgeblieben», erklärte das Ifo-Institut in München am Montag. Ein Ende der «Flaschenhals-Rezession» in der Industrie sei nicht in Sicht.

Demnach klagten im November 74,4 Prozent der Industrieunternehmen über Materialmangel, das waren vier Prozentpunkte mehr als im Oktober. Die Beschaffungsprobleme sind demnach in allen Branchen hoch: Bei den Herstellern elektrischer Ausrüstungen gaben 85 Prozent dies an, im Maschinenbau 86 Prozent und in der Autoindustrie 88 Prozent. Bei den Getränkeherstellern waren es 40 Prozent.

In der Umfrage der DZ Bank unter 1000 Inhabern und Geschäftsführern mittelständischer Unternehmen sagten zwei Drittel von ihnen, sie könnten wegen Materialmangels Aufträge derzeit nur zeitverzögert abarbeiten. Viele Firmen verzeichnen demnach eine hohe Nachfrage, die das Vorkrisenniveau sogar übersteigt. In der Abarbeitung der Aufträge gebe es aber «grosse Probleme».

Das gaben laut DZ Bank insbesondere Mittelständler in der Baubranche an (83 Prozent). Im Metall-, Automobil- und Maschinenbau (78 Prozent), in der Chemieindustrie (77 Prozent) in der Elektrobranche (75 Prozent) sowie im Handel (70 Prozent) führt knappes Material demnach ebenfalls zu einer eher schleppenden Auftragsbearbeitung.

Folge der knapp verfügbaren Materialien und hohen Energiekosten sind höhere Einkaufspreise und Produktionskosten. In der Umfrage der DZ Bank gaben zwei von drei mittelständischen Unternehmen an, dass die erhöhten Kosten das Geschäft stark belasten. Fast jeder Fünfte sagt derzeit bereits Aufträge wegen zu hoher Umsetzungskosten ab.

Das Ifo erklärte, die weiterhin angespannte Beschaffungslage bei gleichzeitig sehr gutem Auftragsbestand habe Folgen für die Preisentwicklung - also auch für Kundinnen und Kunden: «Noch nie haben so viele Unternehmen angekündigt, ihre Preise zu erhöhen.»

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