Deutschland und Polen wollen ihren Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest verschärfen.
Wildschwein am Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems
Wildschwein am Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems - AFP/Archiv
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Das Wichtigste in Kürze

  • Vorgesehen sind mehr Zäune und der Abschuss von Wildschweinen.

Geplant seien gemeinsame Massnahmen, um «die Tierseuche auf polnischer Seite einzudämmen sowie ein Überspringen auf Deutschland zu verhindern», teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin am Dienstag mit. Im Gespräch sei unter anderem die Einrichtung eines eingezäunten Korridors entlang der Grenze.

Laut Ministerium soll «zeitnah» in Polen geprüft werden, inwiefern das deutsche Technische Hilfswerk dort bei der Errichtung von Zäunen helfen kann. Ausserdem wollen demnach beide Länder ihre Zusammenarbeit im Bereich der Wissenschaft und Forschung intensivieren und eine Erklärung abgeben, die «unter anderem durch Abschuss» eine «drastische Verringerung der Wildschweindichte» vorsieht.

Zur Vorbereitung auf einen möglichen Ernstfall erweitert das Landwirtschaftsministerium nach eigenen Angaben zudem die Schweinepest-Verordnung. Den zuständigen Behörden in gefährdeten Bundesländern soll ermöglicht werden, weiträumiger und flexibler Zäune oder andere Wildtierbarrieren aufzustellen. Bislang könnten sie dies nur im Kerngebiet einer Gefahrenzone. Die Verordnungsänderung werde «in Kürze» dem Bundesrat zur Beschlussfassung zugeleitet, erklärte das Ministerium.

Seit Herbst sind mehrere Fälle von Afrikanischer Schweinepest in Westpolen bekannt geworden. Anfang Januar war ein mit dem Virus infizierter Schweinekadaver nur 21 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt gefunden worden. Ausserdem wurde die Tierseuche unter anderem schon im Baltikum, in Bulgarien und Rumänien sowie in Belgien nachgewiesen. Für Menschen ist sie ungefährlich, für Haus- und Wildschweine hingegen tödlich.

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