Darum streiken die Uber Fahrer vor dem Börsengang

    Michael Bolzli
    Michael Bolzli

    USA,

    Morgen geht Uber an die Börse. Über 90 Milliarden will der Konzern einstreichen. Derweil demonstrieren Fahrer für bessere Arbeitsbedingungen.

    Uber Fahrer
    Uber Fahrer demonstrieren vor dem Hauptsitz des US-Unternehmens. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Hunderte Uber-Fahrer demonstrieren für bessere Arbeitsbedingungen.
    • Das Unternehmen geht am Freitag an die Börse.

    Morgen geht Uber an die Börse. Bis zu 91 Milliarden Dollar soll der IPO in die Kassen des Startups spülen. Es ist der Börsengang des Jahres.

    Während bei Anlegern Goldgräber-Stimmung herrscht, gehen Fahrer auf die Strasse. In mehreren US-Städten machten sie auf ihre Anliegen aufmerksam. In New York nahmen 500 Fahrer am Streik teil, in San Francisco waren es 300.

    Wer für das Unternehmen fährt, ist selbständig. Das Startup zahlt keine Krankenversicherung oder Sozialabgaben. Dieses System ist hoch umstritten, nicht nur in den USA.

    Im Visier der Justiz

    Auch in der Schweiz beschäftigt das Geschäftsmodell die Justiz. In einem Fall eines Westschweizers hat das Arbeitsgericht Lausanne den Fahrdienstvermittler als Arbeitgeber eingestuft.

    Global gibt es rund drei Millionen Uber-Fahrer. Weil sie nicht angestellt sind, sind sie auch nicht gewerkschaftlich organisiert.

    Dass gegen den Fahrdienstvermittler gestreikt wird, hat dem Unternehmen bisher nicht geschadet. Gewachsen ist es weiterhin, zuletzt allerdings langsamer.

    Uber Börsengang
    Vor dem Börsengang von Uber wird auch an der Wall Street demonstriert. - keystone

    In den USA kommentieren Medien, dass es den Fahrern nicht darum geht, Uber zu boykottieren. Vielmehr wollen sie Druck auf die Gesetzgeber machen, damit vom System Uber die Fahrer mehr profitieren. Dafür ist der Rummel um den Börsengang bestens geeignet.

    Uber reicht die Hand

    Dieser Plan scheint aufzugehen. Nicht nur, weil in praktisch jedem Bericht zum IPO die Streiks erwähnt werden. Auch in der Politik findet ein Umdenken statt. Senator Bernie Sanders hat sich in einem Kommentar im «San Francisco Chronicle» den Uber-Fahrern die Unterstützung ausgesprochen.

    Uber fühlte sich wegen der Streikenden zu einer Medienmitteilung genötigt. Man könne «ohne Fahrer nicht erfolgreich» sein, sie seien das Herz des Unternehmens. Und: «Wir wollen die Erfahrung für die Fahrer zu verbessern.» Wie das geschehen soll, liess Uber hingegen offen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Uber
    8 Interaktionen
    90 Milliarden wert?
    Elon Musk Tesla
    5 Interaktionen
    Uber-Rivale
    Uber-Fahrer
    9 Interaktionen
    Schlechtes Zeugnis

    MEHR IN NEWS

    a
    14 Interaktionen
    Heute Midterms
    demo
    5 Interaktionen
    Zürich
    2 Interaktionen
    Frankfurt/Main

    MEHR AUS USA

    Donald Trump
    1 Interaktionen
    Washington
    donald trump
    9 Interaktionen
    Washington
    Melania Trump
    11 Interaktionen
    Washington
    Donald Trump
    13 Interaktionen
    An Israel