Darum hat Apple die Protest-App aus dem App Store entfernt

    Michael Bolzli
    Michael Bolzli

    China,

    Apple hat eine Anwendung aus dem App Store entfernt, welche bei den Protestierenden in Hongkong beliebt war. Die Argumentation des Konzerns ist umstritten.

    Tim Cook Apple
    Apple war im Visier chinesischer Staatsmedien. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Apple hat eine App gelöscht, die bei den Demonstranten in Hongkong beliebt ist.
    • Gemäss Firmenchef Tim Cook habe die Anwendung die Polizei gefährdet.

    Gestern hat Apple den Stecker gezogen. Der iPhone-Hersteller schmiss HMmap.live – eine bei den Demonstranten in Hongkong beliebte Anwendung – kurzerhand aus dem App Store.

    Gegenüber dem Entwickler erklärte der Konzern, die Anwendung bringe eine Gefahr für die Polizei und die Bewohner Hongkongs. Kritiker werfen dem US-Unternehmen vor, China gegenüber zu kuschen.

    Apple
    Apple hat HMmap.live aus dem App Store entfernt. - Keystone

    Bevor die HMmap.live aus dem App Store verschwunden ist, musste der iPhone-Hersteller Kritik von chinesischen Staatsmedien einstecken. So schrieb «People's Daily», es gebe «Grund zur Annahme, dass Apple Geschäft mit Politik und mit illegalen Handlungen vermischt». Apple müsse über die «Konsequenzen seiner unklugen und verantwortungslosen Entscheidung nachdenken».

    Apple erhielt Berichte über Missbrauch

    In einem internen E-Mail, welches dem US-Nachrichtenportal «Bloomberg» zugespielt worden ist, rechtfertigt sich Apple-Chef Tim Cook. Er schreibt, dass es kein Geheimnis sei, dass Technologie für Gutes und Schlechtes eingesetzt werden könne. «Das ist hier nicht anders.»

    HMmap.live zeigt an, wo in Hongkong protestiert wird – und wo es polizeiliche Aktivitäten gibt. Die Daten dazu liefern Nutzer selbst.

    «Während den letzten paar Tagen erhielten wir glaubwürdige Informationen, dass die App dafür eingesetzt wird, einzelne Polizeibeamte anzugreifen», schreibt Cook. Zudem soll die Anwendung von Kriminellen genutzt worden sein, um herauszufinden, wo keine Polizei präsent ist. Die Informationen stammen laut Cook von der Cybersicherheits-Abteilung der Hongkonger Polizei. Die Entwickler halten diese Argumentation für haltlos.

    In Hongkong wird seit Monaten gegen Chinas wachsende Einflussnahme und die Beschneidung von Bürgerrechten demonstriert. Die Proteste richten sich auch gegen die pro-chinesische Führung in Hongkong.

    Tim Cook Apple
    Chef von Apple, Tim Cook, vor Ort in einer Foxcon-Fabrik. - Keystone

    Apple von China abhängig

    Apple pflegt mit China ein gutes Verhältnis. Die Hälfte der Zulieferer stammt aus dem Reich der Mitte. In den letzten Jahren ist Apples Abhängigkeit von China gar gestiegen.

    Nicht nur als Produktionsstandort ist das Land für den Konzern wichtig. Nach den USA ist China der zweitgrösste Markt für den iPhone-Hersteller.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Donald Trump und Tim «Apple» Cook
    27 Interaktionen
    Billige Produktion

    MEHR IN NEWS

    Gasversorgung
    1 Interaktionen
    Kritisch
    Frauenfeld TG
    Frauenfeld TG
    Samsung
    Neue Leaks

    MEHR AUS CHINA

    Xiaomi 18 Pro Max
    Snapdragon
    zauberwürfel
    9 Interaktionen
    Peking
    3 Interaktionen
    Peking
    5 Interaktionen
    Peking