Die Aktien der Credit Suisse sind am Freitag nach einer mehrtägigen Talfahrt erstmals wieder gestiegen. Das Wertpapier legt um fast zehn Prozent zu.
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Das Logo der Credit Suisse an einem Gebäude. (Archivbild) - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Aktien der Credit Suisse haben ihre Talfahrt am Freitag vorerst unterbrochen.
  • Das Wertpapier der Bank legt um zehn Prozent zu und nähert sich der 3-Franken-Marke an.
  • Vorher hatte die Aktie während 13 Tagen rote Zahlen geschrieben.

Die fast zwei Wochen anhaltende Talfahrt der Credit-Suisse-Aktie hat am Freitag ein vorläufiges Ende gefunden: Das Wertpapier der Grossbank legt um rund zehn Prozent zu und nähert sich der 3-Franken-Marke wieder an. Die CS-Führung hatte zuletzt versucht, die Anleger zu beruhigen.

Um 14:00 Uhr notierte die Aktie der Credit Suisse auf 2,965 Franken rund 9,9 Prozent höher. Zuvor hatte die Aktie an dreizehn aufeinanderfolgenden Handelstagen mit Verlusten geschlossen und gut ein Drittel des Werts verloren.

Die Bezugsrechte für neue Aktien aus der Kapitalerhöhung können am Freitag derweil um 167 Prozent auf 12,9 Rappen zulegen. Der Gesamtmarkt gemessen am SMI notiert derweil um 0,19 Prozent tiefer.

Marktbeobachter sprechen von «Spekulanten»

Im Handel wird der anhaltende Ausverkauf der CS-Aktien mittlerweile als übertrieben bezeichnet. Gerade in den Bezugsrechten hätten sich zudem wohl auch «Spekulanten» getummelt, sagte ein Marktbeobachter. Zuletzt hätten auch Leerverkäufer gegen die Aktien der Grossbank gewettet. Nachdem der Titel dermassen schnell gesunken sei, versuchten einige Marktteilnehmer wohl eine Art «Bottom-Fishing», sagte ein weiterer Händler.

Zur Abwärtsspirale hatten seit Anfang der Woche auch die Verkäufe der Bezugsrechte beigetragen. Viele Aktionäre bevorzugten offenbar einen Verkauf der Anrechte, statt weiteres Geld in die neuen Aktien der Credit Suisse zu investieren.

Der Abwärtssog bei den Bezugsrechten habe im Gegenzug wieder für Druck auf die Aktie gesorgt, hiess es im Handel. Mit dem Ende des Bezugsrechtshandels am 6. Dezember dürfte sich die Kursentwicklung entsprechend auch wieder beruhigen, so die Hoffnung.

Credit Suisse: Kapitalabflüsse inzwischen gestoppt

CS-Präsident Axel Lehmann erklärte derweil am Freitag gegenüber Bloomberg noch einmal: Die massiven Kapitalabflüsse vom Oktober seien mittlerweile gestoppt und hätten sogar zumindest teilweise wieder gedreht. Zudem hätten nur wenige Kunden die Bank ganz verlassen. Entsprechend habe er Hoffnung, diese Kundengelder wieder zurückzugewinnen, sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur.

Axel Lehmann Credit Suisse
Axel Lehmann ist Präsident der Credit Suisse. - Keystone

Die CS-Verantwortlichen seien «redlich daran, Asset-Abflüsse zu relativieren und so positiv wie möglich zu erscheinen». Das meinte Stephan Sola von Sola Capital. Es sei gut möglich, dass die Erholung noch etwas anhalte. Fundamental erachte er einen Kauf der Aktien allerdings noch immer nicht als opportun.

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