Chinas Aussenhandel legt nach Corona-Einbrüchen überraschend wieder zu

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Chinas Aussenhandel hat sich überraschend deutlich von den verheerenden Einbrüchen infolge der Corona-Pandemie erholt.

Chinas Aussenhandel legt im Juni überraschend  zu
Chinas Aussenhandel legt im Juni überraschend zu - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Zollbehörde: «Zeichen der Erholung und Stabilität».

Erstmals seit Jahresbeginn legten die Importe im Juni wieder zu, wie die chinesische Zollbehörde am Dienstag mitteilte. Analysten zufolge liegt dies jedoch vor allem an den massiven Einfuhren landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Auch die für die chinesische Wirtschaft wichtigen Exporte stiegen im Juni im Vorjahresvergleich leicht an.

Die Importe in die Volksrepublik legten nach Angaben der Zollbehörde im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,7 Prozent zu. Dies war der erste Anstieg seit Dezember. Im Mai waren die Einfuhren nach China um 16,7 Prozent eingebrochen.

Der Anstieg der Importe hänge vor allem mit dem Einkauf landwirtschaftlicher Produkte im Ausland zusammen, sagte Iris Pang, Ökonomin der Bank ING, der Nachrichtenagentur AFP. Dieser Trend könnte sich laut Pang fortsetzen, sollte China weiter von Überschwemmungen betroffen sein. Infolge sintflutartiger Regenfälle starben seit Juni mindestens 140 Menschen.

Die Exporte stiegen im Juni um 0,5 Prozent. Im Mai hatten die Behörden hier noch ein Minus von 3,3 Prozent verzeichnet. Von der Finanznachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten hatten für den Juni sowohl bei den Exporten als auch bei den Importen mit einem weiteren Rückgang gerechnet.

Die Ausfuhren wurden vor allem von der weltweit massiven Nachfrage nach medizinischen Gütern während der Corona-Pandemie gestützt. Ein vorübergehendes Abklingen der Pandemie in einigen Teilen der Welt könnte diese Nachfrage jedoch in Teilen wegbrechen lassen, sagte der Analyst Martin Rasmusen von Capital Economics.

Es gebe «Zeichen der Erholung und Stabilität», kommentierte der Sprecher der chinesischen Zollbehörde, Li Kuiwen, die Zahlen. Zugleich dämpfte er die Erwartungen an die weitere Entwicklung: Das äussere Umfeld sei gegenwärtig «düsterer und komplizierter», sagte er angesichts der coronabedingten globalen Rezession. Im gesamten ersten Halbjahr sanken die chinesischen Exporte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,2 Prozent und die Importe um 7,1 Prozent.

Angesichts der weiter stagnierenden Ausfuhren nach Europa und Nordamerika hatte die chinesische Regierung die Unternehmen des Landes zuletzt aufgerufen, ihre Produkte verstärkt auf dem heimischen Markt abzusetzen. Angesichts des Wirtschaftseinbruchs dürfte die Bevölkerung allerdings nur wenig Interesse an den Produkten haben, die für den Export bestimmt waren und deshalb meist teurer seien, erklärte die Beratungsgesellschaft SinoInsider.

China ist auch für Deutschland ein zentraler Handelspartner. Zuletzt waren die Exporte nach China laut Statistischem Bundesamt «vergleichsweise moderat» zurückgegangen. Sie sanken im Mai um 12,3 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro.

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