Britische Denkfabrik: Deutschland läuft blind in den China-Schock

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Grossbritannien,

Die Misere der deutschen Industrie ist laut einer britischen Denkfabrik weitgehend die Folge einer aggressiven Wirtschafts- und Handelspolitik Pekings.

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Die Misere der deutschen Industrie ist laut einer britischen Denkfabrik weitgehend die Folge einer aggressiven Wirtschafts- und Handelspolitik Pekings. - keystone

Das geht aus einem Bericht des Centre for European Reform mit dem Titel «China-Schock 2.0: Die Kosten deutscher Nachlässigkeit» hervor.

Demnach setzt China deutsche Schlüsselindustrien und gezielt auch den Mittelstand mit einer aggressiven Exportpolitik unter Druck. Gleichzeitig werden deutsche Produkte in China angesichts manipulierter Wechselkurse und unterdrückter Nachfrage immer seltener gekauft.

Der Bundesregierung stellen die Experten in der Krise ein desaströses Zeugnis aus: Statt dem Druck aus China etwas entgegenzusetzen, streuen deutsche Politiker demnach in Brüssel und im Rahmen der grossen westlichen Wirtschaftsnationen G7 Sand ins Getriebe – und schaden der eigenen Wirtschaft. Paris setze sich häufig entschlossener für die Interessen der deutschen Industrie ein als Berlin, so das ernüchternde Fazit der britischen Experten.

Ohne besseren Schutz vor staatlich geförderten chinesischen Exporten stehe Deutschland eine Deindustrialisierung bevor mit Schliessungen von Fabriken und schwindenden Fähigkeiten, heisst es in dem Bericht.

Der Ausblick ist düster: Industriestandorte wie Stuttgart und Wolfsburg dürften sich demnach auf Phänomene wirtschaftlichen Niedergangs wie einen Anstieg der Scheidungsraten, Suizide und Drogenabhängigkeit einstellen, wie man sie aus den USA kennt, warnen die Experten.

Auch die Entscheidung, die Sparpolitik aufzugeben und Milliarden in die Aufrüstung zu stecken, reiche nicht aus, um die deutsche Industrie zu retten.

«Berlin sollte offensiv statt defensiv agieren und Paris dabei unterstützen, den Internationalen Währungsfonds und die G7 dazu zu bewegen, Chinas unterbewertete Währung und sein einseitiges Handelsmodell anzugehen», so ein Fazit der Experten. Zudem müsse die EU stärkere handelspolitische Instrumente entwickeln, mit denen statt einzelner Produkte ganze Branchen ins Visier genommen werden könnten.

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