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    Verdacht der «Menschen-Jagd»: Ermittlungen in Österreich

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    In Österreich ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen zwei Verdächtige, die in sogenannte «Menschen-Safaris» während des Bosnien-Kriegs (1992-1995) verwickelt gewesen sein sollen.

    Bosnien-Krieg
    In Österreich ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen zwei Personen. - keystone

    Das bestätigte das Justizministerium in Wien. Seit 25. April 2026 sei wegen dieses Verdachts ein Ermittlungsverfahren gegen «einen österreichischen Staatsbürger sowie einen weiteren bislang unbekannten Täter» anhängig. Aus ermittlungstaktischen Erwägungen gebe es derzeit keine weiteren Auskünfte, hiess es.

    Im Bosnien-Krieg sollen wohlhabende Männer aus Europa jeweils Tausende Dollar bezahlt haben, um von serbischen Positionen aus Zivilisten in der damals belagerten Stadt Sarajevo zu erschiessen. Erzählungen über den angeblichen Abschuss-Tourismus kursieren in Sarajevo seit Jahren, handfeste Belege wurden bislang nicht veröffentlicht. Auch in Italien wird wegen Vorwürfen in dem Zusammenhang ermittelt. Nach einer Anzeige des Schriftstellers Ezio Gavazzeni hatte die Mailänder Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts des mehrfachen Mordes aus niedrigen Beweggründen gegen unbekannte Täter aufgenommen.

    Serbiens Staatspräsident Aleksandar Vucic hatte Ende 2025 Vorwürfe zurückgewiesen, damals an Verbrechen beteiligt gewesen zu sein. «Ich habe noch nie von Safaris gehört, ich habe noch nie ein Scharfschützengewehr getragen», sagte Vucic damals in einer Talkshow des regierungstreuen Portals «informer.rs» auf eine entsprechende Frage zu den Vorwürfen, die bosnische Medien und Aktivisten erhoben hatten. Auf einer Video-Aufnahme ist Vucic – damals ein Gefolgsmann des serbischen Nationalisten und Kriegsverbrechers Vojislav Seselj – in einer serbischen Scharfschützenstellung über Sarajevo kurz zu sehen. Ob er bewaffnet war, ist in den Bildern nicht klar erkennbar.

    Bei der Belagerung von Sarajevo durch bosnische Serben, Einheiten der damaligen jugoslawischen Armee und Paramilitärs starben mehr als 10.000 Menschen. Viele wurden damals von Heckenschützen getötet, die von hohen Gebäuden oder umliegenden Bergen aus wahllos auf Menschen schossen.

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