Breitling-Chef: Börsengang kommt derzeit nicht in Frage
Für Breitling-Chef Georges Kern kommt ein Börsengang zum jetzigen Zeitpunkt kaum in Frage. «Die aktuelle Situation ist kein ideales Umfeld für ein IPO», sagte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP am Rande der Genfer Uhrenmesse «Watches and Wonders».

Dabei bezog er sich auf die zahlreichen Unsicherheiten, unter anderem durch den Iran-Krieg. Ausserdem verwies er in diesem Zusammenhang auch auf das jüngst lancierte Comeback von Universal Genève. Breitling hatte die Traditionsmarke 2023 übernommen und wiederbelebt. 2024 folgte der Kauf von Gallet, für welche erste Modelle im September 2026 vorgestellt werden sollen.
Daher sagte er mit Blick auf einen Börsengang auch: «Wir kaufen nicht eine Marke, stehen am Anfang und verkaufen dann. Jetzt bauen wir das erst einmal auf. Dann sehen wir weiter.» Es gebe auch keine finanzielle Not: «Wir sind hochprofitabel.»
Grundsätzlich bleibe ein Börsengang eine Option. «Es gibt mehrere Möglichkeiten: Irgendjemand kann es kaufen, ein Staatsfonds kann kommen, wir können an die Börse gehen oder es bleibt, wie es ist.» Kern ist seit 2017 CEO und Mitinhaber von Breitling.
Das Zuger Private-Equity-Unternehmen Partners Group hatte im Oktober 2021 eine Minderheitsbeteiligung an Breitling erworben und Ende 2022 die Mehrheit übernommen. Damals hatte es in Medienberichten geheissen: Frühestens 2026 oder 2027 sei ein Börsengang an der Schweizer Börse SIX geplant.
Ob es bei Breitling noch zu weiteren – innerhalb der Branche viel beachteten – Akquisitionen kommen wird, wollte Kern derweil nicht sagen. Mit Universal Genève und Gallet habe man nun erst einmal genug zu tun. Und danach werde das Grencher Unternehmen weitersehen.
Mit Blick auf die Konkurrenz konnte Kern sich derweil einen Seitenhieb nicht verkneifen: Er vermisse wirklich richtig Neues in der Uhrenindustrie, sagte er mit Blick auf die Produktausstellungen an der «Watches and Wonders», an welcher Breitling selbst nicht mit einem Stand vertreten ist. «Einige der Uhrenmarken seien wie Wiederkäuer. Es ist immer wieder das gleiche – neu aufbereitet.»
Mit Universal Genève und Gallet ist Kern zufolge was vom Ansatz her Andersartiges geschaffen worden. Und mit Breitling decke man vom Preis her «den grössten Kuchen» ab.
Breitling deckt im Kerngeschäft Modelle mit Retailpreisen zwischen 7000 und 30'000 Franken ab, je nach Material. Gallet soll den Bereich 2500 bis 5000 abdecken und, und eine Universal-Genève-Uhr wird es ab 15'000 Franken geben.










