BMW Abfindungsprogramm – Tausende wollen gehen
Das BMW Abfindungsprogramm ist wegen hoher Nachfrage geschlossen. Tausende Beschäftigte hoffen auf hohe Abfindungen, doch BMW entscheidet mit, wer gehen darf.

Der Autobauer BMW hat sein Abfindungsprogramm wegen der hohen Nachfrage vorzeitig geschlossen. Seit dem 8. Oktober 2026 meldeten mehrere Tausend Beschäftigte Interesse an einem freiwilligen Ausscheiden an.
Wie das «Handelsblatt» schreibt, erreichte BMW sein angestrebtes Teilnahmeziel bereits am 20. Oktober. Der Konzern bestätigte damit den vorzeitigen Anmeldestopp.
Eine konkrete Zahl der Interessenten veröffentlichte BMW bislang nicht. Weitere Anmeldungen für das Abfindungsprogramm sind seitdem nicht mehr möglich.
BMW-Abfindungen: Bis zu 650'000 Euro für den Abschied
Auch der «Spiegel» berichtete über den vorzeitigen Anmeldestopp. Bis Mitte November sollen die Beschäftigten erfahren, ob sie einen Aufhebungsvertrag abschliessen können.
Die finanziellen Konditionen dürften das Interesse an dem Angebot mit erklären. Einzelne Abfindungen können mehr als 650'000 Euro betragen.

Viele weitere Angebote sollen ebenfalls deutlich im sechsstelligen Bereich liegen. Ein dem «Handelsblatt» vorliegender Mustervertrag regelt zusätzliche Vorteile für ausscheidende Beschäftigte.
BMW-Abfindungsprogramm: Dienstwagen, Rentnerprivilegien und Turboprämie
Dazu zählen Möglichkeiten zur Übernahme von Dienstwagen und Vergünstigungen für bestimmte Mitarbeitende. Ältere Beschäftigte können unter bestimmten Voraussetzungen zudem Privilegien erhalten, die sonst BMW-Rentnern zustehen.
Eine öffentlich nachvollziehbare Berechnungsformel für die Abfindungssummen enthält der Vertrag laut dem «Handelsblatt» nicht. BMW erklärte demnach, die individuellen Konditionen würden nach einheitlichen Grundsätzen festgelegt.
BMW setzt zusätzliche finanzielle Anreize, damit Beschäftigte möglichst früh ausscheiden. Nach Angaben der «Süddeutschen Zeitung» ist ein zusätzlicher Aufschlag bei einem Austritt zum 31. März 2027 vorgesehen.
BMW-Abfindungsprogramm: Wer gehen darf, entscheidet auch der Konzern
Als weiterer Stichtag gilt der 31. Oktober 2027. Allerdings entscheidet nicht allein der Wunsch der Beschäftigten über den Abschied.
Wie die «Süddeutsche Zeitung» berichtet, gilt das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit. Sowohl der Mitarbeitende als auch BMW müssen dem Aufhebungsvertrag zustimmen.
Das Abfindungsprogramm richtet sich in Deutschland ausschliesslich an indirekte Beschäftigte. Dazu gehören insbesondere Mitarbeitende in Verwaltung und Entwicklung, wie der «Spiegel» berichtet.
BMW baut 8000 Stellen ab und kürzt Führungsebene um 20 Prozent
Beschäftigte in der Produktion sind ausdrücklich ausgeschlossen. Nach Informationen des «Handelsblatts» will BMW bis Ende 2027 insgesamt 8000 Stellen einsparen.
Die «Süddeutsche Zeitung» leitet aus früheren Konzernangaben Rückstellungen von gut einer Milliarde Euro für das Programm ab. BMW plant laut dem «Handelsblatt» zudem, ab 2028 jährlich eine weitere Milliarde Euro einzusparen.
Der geplante Stellenabbau betrifft ebenfalls die Führungsebene. Die Zahl der hochrangigen Führungskräfte soll um 20 Prozent sinken.
BMW prüft Abfindungsanträge trotz hoher Nachfrage individuell
Konzernchef Milan Nedeljkovic hatte das Programm Ende Juli bei einer Betriebsversammlung in München angekündigt. Zuvor hatten Management und Betriebsrat innerhalb weniger Wochen die Rahmenbedingungen ausgehandelt.
Mitte Juni hatte BMW eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Als Belastungsfaktor gilt unter anderem die anhaltende Schwäche des chinesischen Marktes.

Die vorzeitige Schliessung bedeutet nicht, dass alle Interessenten sofort ausscheiden. Nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» werden die Anträge einzeln geprüft, und nicht jeder gewünschte Aufhebungsvertrag kommt zustande.
















