Bitcoin schützt sich gegen Quantenangriffe – alte Wallets gefährdet
Bitcoin erhält neuen Schutz gegen Quantenangriffe. Doch ältere Wallets bleiben trotz neuer Lösungen weiterhin einem Risiko ausgesetzt.

Quantencomputer könnten langfristig eine Herausforderung für Bitcoin darstellen. Die Gefahr sei real, aber derzeit nicht akut, erklärt Julian Hötzel von Bitvavo gegenüber der «extraETF».
Bitcoin nutzt für Transaktionen digitale Signaturen, deren Sicherheit auf mathematischen Verfahren basiert. Ein ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer könnte diese mit dem Shor-Algorithmus theoretisch entschlüsseln.
Aktuelle Quantencomputer sind jedoch noch nicht in der Lage, Bitcoin-Signaturen zu brechen. Weiterhin fehlen die notwendigen fehlerkorrigierten logischen Qubits für einen solchen Angriff.
Neuer Nachweis soll Bitcoin vor Quantenangriffen schützen
Das Start-up Project Eleven arbeitet deshalb an einer Schutzlösung für betroffene Bitcoin-Bestände. Der neue Nachweis soll Besitzern ermöglichen, ihre Coins auch bei gebrochenen Signaturen zu sichern.
Der «Yahoo Finance» zufolge funktioniert das Verfahren ähnlich wie eine digitale Bestätigung des Eigentums. Der Besitzer muss dabei seinen Master-Schlüssel nicht öffentlich machen.
Der Ansatz basiert auf dem Konzept «Signature Lifting». Die Technologie soll beweisen können, dass ein Nutzer die ursprüngliche Wallet-Herkunft kennt, ohne sensible Daten preiszugeben.
Alte Adressen bleiben besonders gefährdet
Die Lösung gilt jedoch nicht für alle Bitcoin. Entscheidend ist, ob eine Wallet auf moderne Standards wie BIP-32 mit einer Seed Phrase zurückgreift.
Frühe Bitcoin-Adressen wurden anders erzeugt und besitzen keinen solchen Master-Schlüssel. Dazu gehören auch die mutmasslichen Bestände von Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto.
Laut der «CVJ» könnten rund 1,1 Millionen Bitcoin von Satoshi besonders gefährdet sein. Diese Coins liegen auf alten Adressen, deren öffentliche Schlüssel bereits sichtbar sind.
Streit um eingefrorene Bitcoin-Bestände
Der mögliche Angriff betrifft vor allem die Signaturtechnik ECDSA. Das Mining-Verfahren SHA-256 gilt dagegen als deutlich weniger gefährdet, da Quantenalgorithmen dort keine vergleichbare Bedrohung darstellen.
Binance-Mitgründer Changpeng Zhao brachte deshalb eine mögliche Schutzmassnahme der «CVJ» zufolge ins Gespräch. Er schlug vor, Satoshis Bitcoin einzufrieren, falls diese nicht innerhalb einer bestimmten Frist auf sichere Adressen übertragen werden.

Ein ähnlicher Mechanismus wird im Vorschlag BIP-361 diskutiert. Nicht migrierte Coins könnten nach einer Übergangsphase dauerhaft blockiert werden.
Bitcoin sucht Lösungen für gefährdete Altbestände
Laut der «extraETF» wurde zuvor mit BIP-360 ein Vorschlag für einen neuen quantensicheren Bitcoin-Adresstyp in die Entwicklerdiskussion aufgenommen. Die technische Umsetzung bleibt jedoch mit Fragen zur Bitcoin-Governance verbunden.
Project Eleven bietet eine zusätzliche Möglichkeit zum Schutz bestimmter Wallets. Der Ansatz wurde bislang jedoch noch nicht vollständig geprüft und wird derzeit von keiner Blockchain direkt unterstützt.
Die Entwicklung von Quantencomputern schreitet weiter voran. Behörden arbeiten weltweit bereits an Post-Quanten-Kryptografie, während Bitcoin-Entwickler nach Lösungen für gefährdete Bestände suchen.
















