Baugesuch für reduziertes Solarprojekt oberhalb von Scuol GR
Die Projektverantwortlichen einer alpinen Solaranlage oberhalb von Scuol haben ein Baugesuch für ein redimensioniertes Projekt eingereicht. Die Anlage soll ab 2028 Strom liefern und dereinst rund 3000 Haushalte mit Energie versorgen.

Das Baugesuch wurde umfassend überarbeitet, heisst es in einer Mitteilung der Engadiner Kraftwerke AG vom Mittwoch. Die Redimensionierung des Projekts «ScuolSolar» war nötig, weil sich die Projektverantwortlichen und kantonalen Stellen zunächst über Ersatzmassnahmen im Umweltbereich nicht einigen konnten.
«Die Redimensionierung des Projekts hat einzig damit zu tun, dass im Unterengadin nicht genügend Flächen, welche für Ersatzmassnahmen geeignet sind, gefunden werden konnten», schrieb Chasper Alexander Felix, Leiter technische Betriebe bei der Gemeinde Scuol, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Mit der Verkleinerung der Anlage werde der ökologische Eingriff geringer, woraus sich auch ein kleinerer Bedarf an Ersatzmassnahmen ergebe.
Die Anlagenfläche wurde deutlich reduziert, heisst es in der Mitteilung vom Mittwoch weiter. Ursprünglich sollten dank 48'000 Solarpanels rund 9000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Aktuell ist die Installation von 16'000 Panels vorgesehen, womit rund 3000 Haushalte versorgt werden sollen. Der Flächenbedarf für die Anlage reduzierte sich von zirka 48 auf 12 Hektaren.
Die alpine Solaranlage soll unmittelbar neben dem Skigebiet Motta Naluns entstehen, heisst es auf der Internetseite von «ScuolSolar». Der Bund übernehme bis zu 60 Prozent der Investitionskosten, sofern 100 Prozent der bewilligten Leistung bis Ende 2030 am Netz sind. Nach 30 Jahren sei ein vollständiger Rückbau der Anlage möglich.
Die Unterlagen liegen nun bei den kantonalen Ämtern und den beteiligten Parteien zur Prüfung vor, heisst es im Communiqué weiter. Nach einem positiven Bauentscheid folgen Gesuche um Förderbeiträge sowie eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsanalyse. Anschliessend treffen die Projektverantwortlichen, die Gemeinde Scuol, Energia Engiadina und die Engadiner Kraftwerke AG den definitiven Investitionsentscheid.
Die Stimmbevölkerung von Scuol hatte 2023 in einem Grundsatzentscheid bereits knapp Ja gesagt zum Projekt.






