Geburtshilfeschliessung: Das sagt man in Davos und Ilanz dazu
Der Bündner Regierungsrat Peter Peyer hat bei der Präsentation des «Gesundheitsleitbildes 2026-2036» kommuniziert, dass der Kanton den Spitälern Davos GR und Ilanz GR die Schliessung der Geburtenabteilung empfiehlt. Diese Gedanken machen sich die beiden Spitäler sowieso.

Peyer begründete diese Empfehlung damit, dass eine Geburtenabteilung einen 24-Stunden-Betrieb in der Chirurgie bedingen würde. Bei beiden Spitälern stehe dieser Betrieb aber zur Diskussion. «Davos liegt ausserdem sehr nahe am Spital mit den zweitmeisten Geburten im Kanton in Schiers, da liesse sich wohl gut eine Kooperation eingehen», erklärte Peyer.
Die CEO des Spitals Davos, Carmen Mathis, hielt gegenüber Keystone-SDA fest, dass die Empfehlungen im kantonalen Leitbild für sie keine Überraschung seien. «Die Geburtshilfe ist in allen Regionen aufgrund der hohen Vorhalteleistungen und geringen Fallzahlen eine grosse Herausforderung. Zudem sind wir dabei, das Spital Davos vermehrt saisonal auszurichten.»
Es sei bereits heute so, dass die Gemeinde Davos die Geburtshilfe bis höchstens 2028 mit zusätzlichen Beiträgen unterstütze. «Diese seien aufgrund der Vorhalteleistungen allerdings gemäss den heutigen Ansätzen und Fallzahlen nicht mehr ausreichend.
Mit Vorhalteleistungen ist gemeint, dass für eine Geburtenhilfe rund um die Uhr ein Team aus Hebammen, Anästhesisten und Geburtshelfern bereit sein muss. Gemäss Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit wurden in Davos 2024 82 Kinder geboren.
In Davos möchte man gemäss Mathis aber zuerst die definitiven Entscheide auf kantonaler Ebene abwarten, bevor man die definitive weitere Ausrichtung des Spitals beschliesst.
Ähnlich ist die Situation im Spital Ilanz, in dem 2024 noch gut 120 Babys zur Welt kamen. Gegenüber dem rätoromanischen Radio und Fernsehen RTR spricht René Epp, Präsident von Sana Surselva, von einer schwierigen Situation und einem sehr emotionalen Thema. «100 Geburten sind zu wenig, um die Geburtsabteilung am Leben erhalten zu können. Ohne das Geld des Kantons würden die Gemeinden stärker zur Kasse gebeten. Und das ist für uns keine Option», erklärte er.
Die Entscheidung über die Zukunft der Geburtsabteilung von Ilanz liegt bei den Delegierten der Gemeinden. Ende August entscheiden diese, ob sie die Geburtshilfe schliessen oder weiterführen.
In den letzten Jahren haben bereits andere Geburtsabteilungen in Graubünden ihren Dienst eingestellt. Im vergangenen Jahr beschlossen die Gemeinden der Region Albula und Viamala, die Geburtshilfe im Spital von Thusis zu schliessen. Im Jahr 2020 war im Gesundheitszentrum Puschlav Schluss.
Werden die Geburtenabteilungen in Ilanz und Davos tatsächlich nicht mehr weitergeführt, gäbe es künftig nur noch in den Spitälern in Chur, Schiers, Samedan und Scuol eine Geburtshilfe.






