Damaskus

    Assad-Regierung erhöht Preise für Brot und Diesel

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    Syrien,

    Steigende Preise für Lebensmittel und Treibstoff verstärken die wirtschaftliche Not der syrischen Bevölkerung.

    Eine Bäckerei im Jahr 2016 in Damaskus
    Eine Bäckerei im Jahr 2016 in Damaskus - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Preissteigerungen verstärken wirtschaftliche Not vieler Syrer.

    Der Brotpreis in dem Bürgerkriegsland verdoppelte sich laut einer offiziellen Preisliste am Sonntag, während sich die Preise für Diesel-Öl fast verdreifachten. Erst vor wenigen Tagen hatte die Regierung in Damaskus einen Preisanstieg für Benzin um 25 Prozent verkündet.

    Wie aus der von der amtlichen Nachrichtenagentur Sana veröffentlichten Preisliste hervorgeht, kostet ein Liter Diesel nach der jüngsten Preiserhöhung 500 syrische Pfund (33 Cent). Bisher hatten Syrer in den meisten Teilen des Landes 180 Pfund für einen Liter des Treibstoffs bezahlt.

    Nach Angaben des von Sana zitierten staatlichen Bäckereiverbands wirkte sich die Erhöhung des Dieselpreises auch auf die Brotpreise aus. Der Preis für staatlich subventioniertes Brot verdoppelte sich demnach auf 200 syrische Pfund.

    Um auf die vom jahrelangen Krieg und westlichen Sanktionen verursachte Finanzkrise zu reagieren, hebt die Regierung von Staatschef Baschar al-Assad die Preise für Treibstoff immer wieder an.

    Die am Sonntag in Kraft getretene Preiserhöhung fiel mit einem Dekret Assads zusammen, das eine Erhöhung der Gehälter im öffentlichen Dienst um 50 Prozent sowie die Erhöhung des monatlichen Mindestlohns von 47.000 auf 71.515 syrische Pfund vorsieht. Erhöht wurden laut Sana zudem die Pensionen für Beschäftigte des öffentlichen Diensts und des Militärs.

    Diesel wird in Syrien ausser für Fahrzeuge auch für private Generatoren verwendet. Auf sie sind viele Syrer praktisch ganztägig angewiesen, da das Stromnetz in einigen Landesteilen stark beeinträchtigt ist.

    Die Assad-nahe Zeitung «Al-Watan» schrieb am Sonntag, der Anstieg des Dieselpreises werde die Beförderungspreise in und zwischen den Provinzen voraussichtlich um 26 Prozent steigen lassen. Auswirkungen werde der Preisanstieg auch auf die Produktionskosten des Agrarsektors und der Industrie haben. Die privaten Heizkosten dürften laut «Al-Watan» um 178 Prozent steigen.

    Seit dem Beginn des Bürgerkriegs in Syrien im Jahr 2011 wurden fast 390.000 Menschen getötet und Millionen weitere vertrieben. Zwar hat die Gewalt in dem Land in den vergangenen Jahren stark abgenommen, wirtschaftlich ist der Staat jedoch am Boden. Der Wertverlust des syrischen Pfundes hat die Inflation in die Höhe schiessen lassen. Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze.

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