Kolumne

    Patrick Hässig (GLP): Krankenkassenverbilligung automatisieren!

    Patrick Hässig
    Patrick Hässig

    Zürich,

    In seiner Kolumne spricht sich GLP-Nationalrat Patrick Hässig dafür aus, dass die Krankenkassenverbilligung in allen Kantonen automatisiert wird.

    Patrick Hässig SRG
    GLP-Nationalrat arbeitet neben seinem politischen Amt in einem Teilzeitpensum als Dipl. Pflegefachmann auf dem Kindernotfall eines Zürcher Akutspitals. - zVg

    Das Wichtigste in Kürze

    • Krankenkassenverbilligungen sollen in allen Kantonen automatisch gesprochen werden.
    • GLP-Nationalrat Patrick Hässig hat eine entsprechende Motion eingereicht.
    • Für Nau.ch schreibt er regelmässig Kolumnen.

    Belasten auch Sie jeden Monat die hohen Krankenkassenprämien? Wissen Sie, ob Sie Anrecht auf eine individuelle Prämienverbilligung (IPV) haben?

    Die Kantone sind eigentlich verpflichtet, Prämienverbilligungen auszuschütten. Seit dem Jahr 2020 führten sieben Kantone (BE, UR, AI, VS, NE, JU, GE) eine automatische Ermittlung der jährlichen Anspruchsberechtigung durch und reagieren danach automatisch mit den Verbilligungen.

    Dies soll in Zukunft der Standard für das ganze Land sein. In allen übrigen Kantonen werden heute die potenziellen Anspruchsberechtigten schriftlich informiert und ihnen wird das Antragsformular zugestellt.

    IPV soll direkt den Berechtigten zugutekommen

    Vergangene Woche habe ich in Bern eine entsprechende Motion eingereicht. Damit möchte ich die Kantone verpflichten, dass die IPV direkt den Berechtigten zugutekommt. Warum:

    1. Personen, die die kantonalen Kriterien für eine IPV erfüllen, haben einen rechtmässigen Anspruch auf einen Prämienverbilligungsbeitrag. Diesen Personen sollten keine unnötigen bürokratischen Hindernisse in den Weg gelegt werden.

    2. Es darf nicht sein, dass Menschen und Familien möglicherweise aus Scham, gesellschaftlichem Druck oder kognitiver Schwierigkeiten keine IPV beantragen.

    3. Übermässige Bürokratie kann dadurch in den Kantonen vereinfacht und abgebaut werden.

    Breite Allianz für effiziente Umsetzung

    Die bevorstehende Abstimmung am 9. Juni über die Prämienentlastungsinitiative (10-Prozent-Initiative) ist eine klassische Kostenbombe mit noch ungeahnten finanziellen Folgen für den Bund und schlussendlich für die Steuerzahlenden.

    Meine Motion zielt darauf ab, dass bestehende Rechte auf Unterstützung konsequent umgesetzt werden, bevor neue Gefässe geschaffen werden.

    Heute scheitert die Umsetzung jedoch am Willen in den Kantonen. Daher bin ich klar der Meinung, dass keine neuen Finanztöpfe geöffnet werden müssen.

    Krankenkassenverbilligungen sollen in allen Kantonen automatisch gesprochen werden. Finden Sie das gut?

    Der Vorstoss ist nicht nur von meinen GLP-Fraktionsmitgliedern, sondern auch von Vertreterinnen und Vertretern von FDP, Mitte, SP und Grünen mitunterzeichnet.

    Damit ist es mir gelungen, eine breite Allianz für dieses Vorhaben zu schmieden. Das ist fair für die betroffenen Personen und effizient für die Kantone und ihre Steuerzahlenden.

    Krankenkasse
    Die steigenden Krankenkassenprämien geben zu diskutieren. (Symbolbild) - keystone

    Druck auf die Kantone

    Es liegt nun an National- und Ständerat, über den Vorstoss zu befinden und die Kantone zum Handeln zu verpflichten.

    Denn die Kantone bekommen die Gelder für die IPV vom Bund automatisch, geben diese aber nicht automatisch weiter und spekulieren, dass nicht alle Berechtigten ihre Unterstützung auch beantragen.

    Zur Person: Patrick Hässig (45) sitzt seit 2023 für die GLP im Nationalrat. Er ist wohnhaft in der Stadt Zürich und arbeitet als diplomierter Pflegefachmann HF auf einem Kindernotfall. Für Nau.ch schreibt er regelmässig Kolumnen.

    Kommentare

    User #1275 (nicht angemeldet)

    2x JA. Fair genug. Mehr ist nicht drin.

    User #6287 (nicht angemeldet)

    Falsche Scham... Die Sachbearbeiterin beim Kanton Bern versucht regelmässig, mir die Verbilligung zu verwehren, obwohl die Sachlage klar ist. Immer viel Aufwand mit jeglich erdenklichen Dokumenten einzureichen als Schickane + Rechtsschutz ins CC nehmen und am Schluss 8 Monate rückwirkend ausbezahlt.

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