Lara Durtschi fragt sich, warum es Leute gibt, die es aushalten, einfach weiterzuleben als existiere die Klimakrise nicht. Ein Gastbeitrag der Klima-Aktivistin.
Leuchtturm.
Nach euch die Sintflut: Gastbeitrag von Klimaaktivistin Lara Durtschi. - pexels

Das Wichtigste in Kürze

  • Morgen Freitag werden vom Klimastreik Sitzstreiks in der ganzen Schweiz organisiert.
  • Lara Durtschi ist Klimaaktivistin des Klimastreiks.
  • Im Gastbeitrag schreibt Sie darüber, wie wütend sie über das wenige Klima-Engagement ist.

Ich bin wütend. Ich fühle mich im Stich gelassen. Und ich frage mich immer wieder, warum es Menschen gibt, die es aushalten, einfach weiterzuleben als wäre nichts.

Dabei wissen wir doch alle, dass wir auf ein Desaster zusteuern, wenn sich nichts ändert.

Warum lassen wir nicht einfach alles stehen und liegen, um die Klimakrise in den Griff zu kriegen?

In der Recherche zu dieser Frage bin ich auf den Umweltpsychologen Per Espen Stoknes gestossen. Ich versuche, einige seiner Ursachen für dieses Verhalten festzuhalten und wage es, sie teilweise um ein paar Gedanken zu ergänzen.

Zu wenig von Klimakrise bedroht, um zu handeln

Die Klimakrise ist nichts Greifbares. Das Klima verändert sich langsam und kann auch nicht einfach gesehen werden. Was wir sehen könnten, sind die Folgen der Klimakrise. Jedoch treten die stärksten Folgen nicht bei uns auf, sondern weit weg.

Wir haben keinen steigenden Meeresspiegel und unsere Leben sind auch nicht von einer Ernte abhängig, welche durch Trockenheit misslingt. Zudem warten stärkere Folgen in der Zukunft. Somit fühlen wir uns nicht genügend bedroht um zu handeln.

Mensch als Eisbär verkleidet.
«Jedoch treten die stärksten Folgen nicht bei uns auf, sondern weit weg», so Lara Durtschi. - keystone

Bei den überwältigend negativen Informationen verlieren Menschen schnell den Mut. Viele denken, um die Klimakrise zu stoppen, müsse auf sehr Vieles verzichtet werden und es entstünden hohe Kosten.

Nehmen Sie am Freitag auch am Klimastreik teil?

Dass aus dem Verzicht auch positive Folgen hervorgehen und die Klimakrise uns viel mehr kosten wird, als sie aufzuhalten, wird oft nicht anerkannt. Wir wollen nicht zuhören, wenn es um die Klimakrise geht.

Was wir wissen steht im Konflikt mit dem, was wir tun. Wir Menschen wollen ein gutes Gewissen. Darum handeln wir entweder so nachhaltig wie möglich oder verändern die wissenschaftlichen Fakten in unseren Köpfen so, dass wir mit unserem Handeln selbst zufrieden sein können.

Schlimmste Form das «Nicht-Handeln»

Was mir als das am stärksten ausgeprägte «Nicht-Handeln» erscheint, ist das Leugnen der Klimakrise. Wir leugnen diese als Schutzmechanismus. Wenn es die Klimakrise nicht gibt, muss ich keine Angst oder Schuldgefühle haben.

Es ist schlichtweg einfacher, sich nicht zu ändern und weiterzumachen wie bisher. Ich hoffe aber, dieser Beitrag bewegt dich dazu, den Schritt zu wagen und etwas zu ändern.

Vielleicht erkennst du dich selbst in einer dieser Verhaltensweisen wieder und kannst deine Barrieren auf diese Art überwinden. Werde aktiv!

Sitzstreik.
Klimaaktivisten demonstrieren während der Aktionswoche Rise up for Change auf dem Bundesplatz, 22. September 2020. - keystone

Komm an einen der Sitzstreiks diesen Freitag, dem 19. März, nehme am 10. April an einer Klimaversammlung teil und komm unbedingt am 21. Mai anlässlich des «Strike for Future» mit uns auf die Strasse.

Um den Alptraum Klimakrise zu stoppen, braucht es auch dein Engagement. Viele weitere Informationen zu diesen Anlässen und wie du sonst noch aktiv werden kannst, findest du auf climatestrike.ch.

«Wem sini Zuekunft? Eusi Zuekunft!»

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