Schiedsrichter sein wird im Schweizer Fussball zum Vollzeit-Job

    Mathias Kainz
    Mathias Kainz

    Genève,

    Der SFV und die Swiss Football League machen die heimischen Spitzen-Schiedsrichter zu Profis: Seit 1. Juli 2026 sind die sieben Fifa-Referees Vollzeit-Schiris.

    SFV SFL Schiedsrichter Vollzeit
    Die Schweizer Spitzen-Schiedsrichter, wie etwa Sandro Schärer, sind künftig Vollzeit-Profis. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Schweizer Spitzen-Schiedsrichter sind künftig in Vollzeit-Pensen angestellt.
    • Die Professionalisierung soll das Niveau in der heimischen Liga anheben.
    • Zugleich soll sie ein Signal senden, dass man in der Schweiz als Referee Karriere machen könne.

    Der Schweizerische Fussballverband SFV und die Swiss Football League haben am Montag die konkreten Massnahmen zur Schiedsrichter-Professionalisierung präsentiert. Im Schweizer Fussball gibt es seit dieser Saison erstmals professionelle Vollzeit-Schiedsrichter.

    Der Schritt ins Profitum sei «das Resultat von intensiven Verhandlungen, Diskussionen und Kooperationen aller involvierter Parteien». Zugleich sehen SFL und SFV die Entwicklung auch als «ein Investment in die Zukunft», heisst es in einer Stellungnahme.

    Findest du den Schritt zu Vollzeit-Schiedsrichtern richtig?

    «Der Verband hat den Anspruch, dass die besten Schiedsrichter und VAR die Schweiz regelmässig an interna-tionalen Turnieren und Wettbewerben vertreten. Deshalb ist nur konsequent, dass die Besten im Profibereich möglichst viele Spiele leiten», so SFV-Präsident Peter Knäbel.

    «Die Klubs erwarten zu Recht Top-Leistungen

    Auch die Liga und die Vereine stehen hinter dem Schritt zu Profi-Schiedsrichtern. «Die Anforderungen an die Schiedsrichter haben sich in den letzten Jahren stark verändert», so SFL-CEO Claudius Schäfer. «Mit dem VAR, der zunehmenden taktischen Komplexität und der hohen öffentlichen Aufmerksamkeit steigen auch die Ansprüche.»

    SFV Schiedsrichter SFL
    Die Anforderungen an die Schweizer Schiedsrichter sind gestiegen. Nun zieht der Verband mit der Professionalisierung nach. - keystone

    Die Klubs würden «zu Recht Top-Leistungen» erwarten, so Schäfer weiter. «Deshalb sind sie bereit, Verantwortung zu übernehmen und in die notwendigen Rahmenbedingungen zu investieren.» Konkret hätten die SFL-Klubs einer Erhöhung des Budgets um 700’000 Franken zugestimmt.

    «Schiedsrichter sein wird zum Beruf»

    Die sieben Schweizer Fifa-Referees sind seit 1. Juli 2026 damit Vollzeit-Angestellte. Die Pensen wurden auf maximal 80 Prozent erhöht – das gilt auch für den einzigen Schweizer Top-VAR Fedayi San.

    Fedayi San Schiedsrichter VAR
    Fedayi San ist der einzige Schweizer VAR in der Top-Kategorie der Fifa. - keystone

    Referee-Chef Dani Wermelinger sieht den Schritt äusserst positiv. «Als Vollprofis wird den Schiedsrichtern ermöglicht, ihren vollen Fokus auf den Fussball und das Privatleben auszurichten. Schiedsrich-ter/in zu sein, wird damit zum Beruf.»

    «Wir erhoffen uns dadurch auch eine Signalwirkung für junge Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter», so Wermelinger weiter. «Es ist möglich, in der Schweiz eine Karriere als Vollzeit-Referee zu machen.»

    Schiedsrichter SFV Dani Wermelinger
    Schiedsrichter-Boss Dani Wermelinger begrüsst den Schritt zum Profitum. - keystone

    Anpassungen gab es auch bei den Nicht-Fifa-Referees in der Super League und der Challenge League. Die Super-League-Referees sind künftig in maximal 40 Prozent angestellt, die Challenge-League-Schiedsrichter in maximal 20 Prozent.

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    Kommentare

    User #4987 (nicht angemeldet)

    Jetzt, da jeder merkt, dass der Profi-Fussball bald Schnee von gestern ist.

    User #2127 (nicht angemeldet)

    Guat und gärn isch en Underschied.

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