Ein 28-jähriger Schweizer, der 2020 in Nussbaumen AG seine Mutter zu töten versucht haben soll, ist gemäss eines psychiatrischen Gutachtens schuldunfähig.
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Das Obergericht im Kanton Aargau. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein 28-Jähriger wollte 2020 seine Mutter und eine zu Hilfe eilende Frau töten.
  • Laut einem Gutachten ist der Schweizer schuldunfähig.
  • Die Staatsanwaltschaft beantragt eine stationäre Massnahme.

Ein 28-jähriger Schweizer, der 2020 in Nussbaumen AG seine Mutter zu töten versucht haben soll, ist schuldunfähig. Dies geht aus einem psychiatrischen Gutachten hervor. Die Staatsanwaltschaft Baden beantragt für den Mann eine stationäre Massnahme.

Diesen Antrag stellt die Staatsanwaltschaft, anstatt Anklage wegen mehrfacher versuchter vorsätzlicher Tötung zu erheben. Dies teilte die Oberstaatsanwaltschaft Aargau am Montag mit. Der Beschuldigte befindet sich im vorzeitigen Massnahmenvollzug.

Mutter und Helferin gewürgt

Konkret wirft die Staatsanwaltschaft dem Mann vor, am Vormittag des 5. September 2020 nach einem gemeinsamen Spaziergang unvermittelt seine Mutter gewürgt haben. Er soll erst nach der Intervention einer 53-jährigen Frau von ihr abgelassen haben.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft war es lediglich der Intervention der Frau zu verdanken, dass die schwer verletzte Mutter nicht starb. Unmittelbar danach drängte der Beschuldigte gemäss Staatsanwaltschaft die helfende Frau in die Wohnung seiner Mutter.

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Die Tat ereignete sich in Naussbaumen AG. - Keystone

Dort fügte er der 53-Jährigen mit einem Messer zuerst mehrere Stich- und Schnittverletzungen im Hals- und Brustbereich zu. Danach würgte er die Frau ebenfalls. Der Beschuldigte liess erst von ihr ab, als sie sich totstellte. Auch hier war es gemäss Staatsanwaltschaft einzig dem Zufall sowie dem Totstellen des Opfers zu verdanken, dass es nicht verstarb.

Lückenhafte Erinnerung

Gemäss dem psychiatrischen Gutachten hatte der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt erstmals an einem akuten und schweren Krankheitsschub einer paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie gelitten. Das psychiatrische Gutachten kommt zum Schluss, dass der Mann schuldunfähig sei.

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Das Obergericht in Aarau. - Keystone

Der Beschuldigte macht laut Staatsanwaltschaft geltend, sich lediglich an den Angriff auf seine Mutter erinnern zu können. Das Bezirksgericht Baden wird in einer Verhandlung über den Antrag auf Anordnung einer Massnahme entscheiden.

Der Mann war kurz nach den Taten im Wohnhaus der Mutter von der Polizei festgenommen worden. Er befand sich zusammen mit einer schwer verletzten Mutter auf dem Balkon.

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